
Weniger als einen Monat vor Inkrafttreten der EU-Verordnung 2025/1208, die Italiens Papierausweise für grenzüberschreitende Reisen ungültig macht, hat die Regierung das Dekret-Gesetz 108/2026 erlassen, das den Bürgern mehr Zeit für den Umstieg auf den elektronischen CIE gewährt. Ab dem 3. August 2026 ist das Papierdokument an den Grenzen nicht mehr gültig, bleibt jedoch bis zum 31. Januar 2027 für Inlandsdienstleistungen – wie Gesundheitsversorgung, Renten und Bankgeschäfte – akzeptabel. In dringenden Fällen können die Gemeinden zudem eine sechsmonatige „carta d’identità provvisoria“ ausstellen. Diese Übergangslösung soll den Druck auf überlastete Terminvergabesysteme, insbesondere in Rom und Mailand, wo die Wartezeiten über acht Wochen betragen, verringern. Valoridicarta S.p.A. wird die vorläufigen Ausweise auf Sicherheitsmaterial mit der Klassifizierung „carta-valori“ drucken, die Inhaber bei Erhalt des CIE wieder abgeben müssen. Behörden weisen darauf hin, dass einige ausländische Staaten die vorläufige Karte ablehnen könnten und empfehlen Reisenden, bis zum Erhalt des CIE einen Reisepass mitzuführen. Für Manager im Bereich globale Mobilität hat das Dekret zwei unmittelbare Folgen: 1) Entsandte, die bisher auf Papierausweise angewiesen sind, müssen vor jeder Schengen-Reise nach dem 3. August einen Reisepass oder CIE besorgen; 2) Onboarding-Checklisten müssen die Papierkarte für die Ausstellung der Steuernummer im Inland bis Ende Januar akzeptieren, danach jedoch auf den CIE umstellen. Personalabteilungen sollten bei der Umsiedlung von Mitarbeiterfamilien, die neue biometrische Fotos und Fingerabdrücke benötigen, längere Vorlaufzeiten einplanen. Konsulate wurden angewiesen, die Ausstellung von CIE für im Ausland lebende Italiener mit häufigen EU-Reisen zu priorisieren. Das Innenministerium wird eine länderspezifische Liste der Grenzbehörden veröffentlichen, die die vorläufige Karte offiziell anerkennen, doch Unternehmen wird geraten, sich bei zeitkritischen Geschäftsreisen nicht darauf zu verlassen.
Quelle: Eurocomunicazione