
Kurz nach dem Streik am Flughafen steht Italiens Logistiksektor vor neuen Störungen: Die Beschäftigten von Mercitalia Shunting & Terminal (FS-Gruppe) haben ab dem 6. Juli um 21:00 Uhr einen 24-stündigen landesweiten Streik begonnen, der am 7. Juli um 21:00 Uhr endet. Die Gewerkschaft USB Lavoro Privato wirft der Güterbahn-Tochter vor, Sicherheitsbeschwerden zu ignorieren und die Erneuerung des im Dezember 2025 ausgelaufenen Zusatzvertrags zu verzögern. Mercitalia steuert die Rangierarbeiten in den meisten italienischen Häfen und intermodalen Umschlagplätzen – darunter Gioia Tauro, Verona Quadrante Europa und Milan Smistamento – weshalb die Ausfälle schnell die Lieferketten beeinträchtigten. Interporto Bologna meldete während der ersten Nachtschicht einen Rückgang der Bahnbewegungen um 42 %, was die Betreiber zwang, Container auf Lkw umzuleiten und die Autobahn A1 mit zusätzlichem Schwerlastverkehr zu verstopfen. Obwohl der Personenverkehr unbeeinträchtigt blieb, berichteten Unternehmen, die auf Just-in-Time-Lieferungen von Autoteilen und gekühlten Lebensmitteln angewiesen sind, von Verzögerungen von bis zu 12 Stunden. Einige Spediteure beriefen sich auf höhere Gewalt, andere verlagerten Exporte auf die österreichische Rail Cargo Group, was Zuschläge von 150 bis 250 Euro pro 40-Fuß-Container-Einheit nach sich zog. Personal- und Mobilitätsmanager, die Techniker oder Projektfracht verlegen, sollten die lokalen Hafenbehörden-Bulletins besonders in Genua Prà und La Spezia im Auge behalten, da Rangierstaus die Zollabfertigung für Werkzeuge von Projektarbeitern verzögern können. Der Streik verdeutlicht zudem die zunehmenden Arbeitskonflikte innerhalb der FS-Gruppe vor dem geplanten Börsengang Anfang 2027. Gespräche im Verkehrsministerium sind für den 15. Juli angesetzt. Die USB warnt, dass ohne Einigung zu Sicherheit und Löhnen ab August jeden Montag rollierende 8-Stunden-Streiks drohen – womöglich während der umsatzstärksten Exportzeit Italiens.
Quelle: Virgilio Motori