
Über den Himmel hinaus geriet Italiens Oberflächenverkehr am 7. Juli ebenfalls ins Stocken, als drei getrennte Arbeitsniederlegungen den Bahnverkehr störten. Laut dem Streikkalender des Verkehrsministeriums war der umfangreichste Ausstand bei Mercitalia Shunting & Terminal: Die Beschäftigten legten von 21:00 Uhr am 6. Juli für 24 Stunden die Arbeit nieder, was die Güterumschlagbahnhöfe landesweit beeinträchtigte. In Sizilien streikten die Infrastrukturmitarbeiter von RFI Palermo acht Stunden lang von 09:00 bis 17:00 Uhr, was zu Verzögerungen bei regionalen Personenzügen, einschließlich Verbindungen zu den Flughäfen der Insel, führte. In der Provinz Turin legten Logistikmitarbeiter während der letzten zwei Stunden jeder Schicht gestaffelt die Arbeit nieder, was zeitkritische Industriegüterlieferungen verlangsamte. Obwohl der Fahrplan der Trenitalia-Personenzüge weitgehend intakt blieb, meldeten Kunden aus der Automobil- und Agrar-Lebensmittelbranche Verzögerungen von bis zu 12 Stunden sowie Wochenendzuschläge zur Einhaltung der Zeitpläne. Spediteure warnten, dass sich die Staus an den Straßenübergängen Brenner und Ventimiglia verschärfen könnten, da Verlader zunehmend von der Schiene auf den Lkw ausweichen. Für Mobilitätsmanager ist die Botschaft klar: Flugausfälle sind nicht der einzige Sommerärger. Unternehmen, die Anlagen transportieren oder auf Just-in-Time-Lieferungen in italienische Fabriken angewiesen sind, wurden geraten, 48-Stunden-Puffer einzuplanen und weitere bereits für den 15. und 17. Juli angekündigte Streiks im Blick zu behalten. Italiens zersplitterte Arbeitslandschaft – mit mehreren Gewerkschaften, branchenspezifischen Verträgen und großzügigen Streikrechten – führt zunehmend zu Kettenreaktionen über verschiedene Verkehrsträger hinweg und erfordert integrierte Notfallpläne.
Quelle: Virgilio Motori