
Als Ergänzung zur Ausweitung des e-Visums wird Indien ab dem 5. August 2026 die staatlichen Bearbeitungsgebühren für e-Touristenvisa aus sechs Mitgliedsstaaten des Golf-Kooperationsrats (GCC) – Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – abschaffen. Diese Entscheidung wurde am 9. Juli über das Atlas Guide Bulletin an Reisebüros kommuniziert. Die Gebührenbefreiung soll Indien im Wettbewerb mit regionalen Konkurrenten wie Thailand und Malaysia, die bereits Visa für Reisende aus dem Nahen Osten vergünstigen, preislich attraktiver machen. Staatsangehörige der Golfstaaten machen etwa 7 Prozent der jährlichen Touristenankünfte in Indien aus, vor allem durch Medizintourismus, Hochzeiten und Familienbesuche. Die Visagebühren liegen derzeit je nach Aufenthaltsdauer zwischen 10 und 80 US-Dollar; deren Wegfall könnte einer vierköpfigen Familie bis zu 320 US-Dollar sparen. Private Krankenhäuser in Chennai und Kochi rechnen mit einem Anstieg selbstzahlender Medizintouristen, während das Tourismusbüro von Kerala Roadshows in Maskat und Riad plant, um von der Ankündigung zu profitieren. Fluggesellschaften auf den Golf-Indien-Strecken könnten ihre Tarifklassen anpassen, um die höhere Nachfrage im August und September aufzufangen. Unternehmen, die Mitarbeiter aus den Golfstaaten zu Projekten in Indien entsenden, dürften von geringeren Reisekosten und vereinfachten Erstattungsprozessen profitieren. Mobility-Teams sollten ihre Mitarbeiter daran erinnern, dass die biometrische Erfassung und die Anforderungen an die Gültigkeit des Reisepasses unverändert bleiben und dass die Gebührenbefreiung nur die staatliche Gebühr betrifft – Gebühren für Drittanbieter oder Kartenzahlungen können weiterhin anfallen.
Quelle: Atlas Guide