
Polnische Patrouillen in Białowieża meldeten am 7. Juli acht illegale Grenzübertritte aus Belarus – die höchste Tageszahl in diesem Monat. Migranten wateten durch den Fluss Leśna Prawa und umgingen dabei die bis zum 31. August verlängerte 78 Kilometer lange Pufferzone. Seit Januar hat die Podlaski-Grenzpolizei über 220 Versuche registriert – ein Rückgang von 98 % im Vergleich zu 2025. Dennoch warnen Behörden, dass wärmeres Wetter und niedrige Wasserstände Schmuggler dazu verleiten könnten, die Route wiederzubeleben. Drohnen mit Wärmebildkameras entdeckten Fußspuren vom Flussufer zu einem Abholpunkt auf einem Waldweg, der bereits bei früheren Schmuggelaktionen genutzt wurde. Alle acht Migranten – laut ersten Befragungen fünf Jemeniten und drei Eritreer – wurden in ein geschlossenes Zentrum in Białystok gebracht, wo medizinische Untersuchungen und Asylprüfungen durchgeführt wurden. Sollten sie keinen Schutzstatus beantragen, droht ihnen eine beschleunigte Rückführung nach Belarus gemäß einem bilateralen Rückübernahmeabkommen von 2006, das teilweise noch in Kraft ist. Unternehmen, die Unterkünfte nahe der Grenze betreiben, sollten ihre Mitarbeiter an die Regeln für das Betreten der Sperrzone erinnern; unbefugtes Betreten kann mit einer Geldstrafe von 5.000 PLN geahndet werden. Gleichzeitig wird Kurierdiensten empfohlen, ihre Routenplaner zu überprüfen, da Teile der Narewka-Waldstraße für Sicherheitskontrollen gesperrt werden könnten. Der Vorfall zeigt, dass trotz rückläufiger Zahlen die östliche Grenze ein dynamischer Brennpunkt bleibt, der plötzliche Anstiege bei der Migration auslösen kann – eine wichtige Information für Risikomanager, die Personal nach Podlaskie oder ins benachbarte Litauen entsenden.
Quelle: Podlaskie Border Guard