
Die EU-IT-Agentur eu-LISA veröffentlichte am 13. Juli die ersten Quartalsstatistiken 2026 zum Ein- und Ausreisesystem (EES) und bietet damit einen ersten Einblick, wie das biometrische Grenzregister den Schengen-Verkehr verändert. Zwischen Januar und März wurden im System 19.985 Einreiseverweigerungen, 11.885 Aufenthaltsverlängerungen und 665 widerrufene Genehmigungen erfasst. An der Spitze der Einreiseverweigerungen standen Ukrainer, gefolgt von Albanern und Moldawiern, wobei fehlende Nachweise des Reisezwecks als Hauptgrund genannt wurden. Obwohl das EES erst am 10. April vollständig in Betrieb genommen wurde, fließen die Daten bereits in die Personalplanung an den Außengrenzen Tschechiens ein – das Land kontrolliert 11 internationale Flughäfen und zwei wichtige Bahnübergänge, die von Drittstaatsangehörigen genutzt werden. Das tschechische Präsidium der Ausländerpolizei teilte der Zeitung Hospodářské noviny mit, dass im August, dem Monat mit dem höchsten Zustrom an Langstreckentouristen und ukrainischen Saisonarbeitern, 60 Beamte von Verwaltungsaufgaben zur Unterstützung an den e-Gates abgezogen werden. Der Quartalsbericht bestätigt Beschwerden der Branche über Ausnahmen bei Fingerabdrücken: Fast eine Million Reisende wurden aufgrund von Alter oder körperlichen Einschränkungen von der Abnahme befreit, was die Automatisierung erschwert. Der Flughafen Prag reagierte darauf mit zusätzlichen manuellen Kontrollspuren und warnte Fluggesellschaften, die Ziele wie Dubai und Seoul anfliegen, Familien mit kleinen Kindern auf längere Bearbeitungszeiten vorzubereiten. Für Manager der Unternehmensmobilität unterstreichen die Zahlen die Notwendigkeit, mögliche Einreiseverweigerungen in die Zeitplanung von Dienstreisen einzubeziehen, insbesondere für US-Mitarbeiter, die mit den meisten Aufenthaltsverlängerungen auffielen – ein Hinweis darauf, dass Geschäftsreisen oft die 90/180-Tage-Regel überschreiten. Tschechische Exportunternehmen werden geraten, ihre Techniker vor Ort über die Bedeutung der Einhaltung des Ausreisedatums zu informieren, da Stempel inzwischen obsolet sind und Überziehungen im EES automatisch erkannt werden. eu-LISA wird die Daten für das zweite Quartal im Oktober veröffentlichen. Bis dahin hofft Tschechien, sein nationales Schnittstellenportal für Fluggesellschaften live zu schalten, das Arbeitgebern ermöglicht, vor der Buchung von Anschlussflügen im Schengen-Raum zu überprüfen, ob die biometrische Registrierung eines Reisenden erfolgreich war.
Quelle: eu-LISA
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