
Ein neuer Lagebericht von Frontex, veröffentlicht am 10. Juli und zusammengefasst von Agence Europe, zeigt, dass die erfassten irregulären Einreisen in die Europäische Union zwischen Januar und Juni 2026 auf 49.000 zurückgingen – ein Rückgang von 37 Prozent im Jahresvergleich. Den stärksten Rückgang verzeichneten die Atlantikrouten von Westafrika (-67 Prozent), während im westlichen Mittelmeerraum ein Anstieg um 17 Prozent zu verzeichnen war, wobei Algerien als wichtiger Abfahrtsort hervorsticht. Für Tschechien, einen Binnenstaat im Schengen-Raum, sind die unmittelbaren operativen Auswirkungen begrenzt, doch die Zahlen beeinflussen EU-weite politische Diskussionen, die den Prager Flughafen und stichprobenartige Kontrollen an Landgrenzen betreffen. Innenministeriumsvertreter betonen, dass der Abwärtstrend ihre Argumentation für die schrittweise Abschaffung der vorübergehenden deutschen Grenzkontrollen bis Oktober stützt, sofern die Zahlen niedrig bleiben. Die menschlichen Kosten bleiben hoch: Im gleichen Zeitraum starben fast 1.300 Migranten auf See. Als Reaktion darauf schlug die Europäische Kommission am 9. Juli ein Sanktionsregime gegen Menschenschmuggelnetzwerke vor – Maßnahmen, die tschechische Minister im Rahmen des neuen Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, das nächsten Monat in Kraft tritt, unterstützen. Teams für Unternehmensmobilität sollten die Bearbeitungszeiten von Asylanträgen weiterhin im Blick behalten: Trotz rückläufiger Ankünfte haben tschechische Asylbehörden noch Rückstände aus dem Anstieg im Jahr 2025. Arbeitgeber, die ukrainische und syrische humanitäre Schutzsuchende beschäftigen, berichten von Aufenthaltsgenehmigungsverlängerungen, die bis zu 90 Tage dauern; das Ministerium verspricht, den Rückstau bis Jahresende abzubauen, sofern die Zuwanderung niedrig bleibt. Reise-Risikomanager sollten zudem den Aufschwung im westlichen Mittelmeerraum beachten – Mitarbeiter, die über Spanien oder Marokko reisen, könnten im Sommer mit sporadischen Schengen-Ausweiskontrollen rechnen, und die Schengen-IT-Systeme könnten an Wochenenden weiterhin überlastet sein.
Quelle: Agence Europe