
Mehrere Quellen von EU-Lisa, zitiert von der Financial Times und zusammengefasst vom Reiseblog The MileLion am 11. Juli, berichten, dass das European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) auf 2027 verschoben wird und somit den ursprünglich geplanten Start Ende 2026 verpasst. Verantwortlich gemacht werden technische Probleme mit dem separaten biometrischen Ein- und Ausreisesystem (EES), das bereits an einigen Schengen-Flughäfen zu Warteschlangen geführt hat. Für Tschechien bedeutet die Verschiebung, dass vorerst keine zusätzlichen bürokratischen Hürden für visumfreie Reisende aus den USA, Großbritannien, Singapur und über 50 weiteren Ländern entstehen. Fluggesellschaften, die nach Prag fliegen, hatten gewarnt, dass die Schulung des Personals für zwei neue Systeme im selben Jahr erhebliche Störungen verursachen könnte. Der Branchenverband A4E schätzt, dass selbst eine dreimonatige Staffelung zwischen EES und ETIAS den Airlines bis zu 600 Millionen Euro an zusätzlichen Personalkosten ersparen würde. Die Verantwortlichen für das Mobilitätsprogramm gewinnen somit Zeit. Unternehmen können die ETIAS-Aufklärungskampagnen verlangsamen und Ressourcen darauf konzentrieren, das Personal mit den bereits ab dem 10. April 2026 verpflichtenden Fingerabdruck- und Gesichtserkennungsverfahren des EES vertraut zu machen. Die tschechische Grenzpolizei bestätigte, dass sie während der Hauptsaison am Terminal 1 weiterhin zusätzliches Personal einsetzen wird, aber keine weiteren Schalter eröffnen will, bis der ETIAS-Termin endgültig feststeht. Die Verschiebung ist noch nicht offiziell; die Website der Europäischen Kommission nennt weiterhin das vierte Quartal 2026 als Ziel. Der Verwaltungsrat von EU-Lisa trifft sich im September, um einen neuen Zeitplan festzulegen. Reisende sollten daher die Ankündigungen im Auge behalten, HR-Abteilungen können jedoch davon ausgehen, dass vor Anfang 2027 keine ETIAS-Anträge für Reisen nach Tschechien erforderlich sein werden. Auch die Budgetplanung sollte die höhere Gebühr von 20 Euro – dreimal so hoch wie die ursprünglich geplanten 7 Euro – berücksichtigen, sobald die Umsetzung erfolgt.
Quelle: The MileLion / Financial Times