
Belgien und Indien haben am 15. Juli in Brüssel einen bilateralen Strategischen Dialog eröffnet und sich zu einer vertieften Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Technologie und – besonders wichtig für Unternehmen – Mobilität verpflichtet. Vizepremierminister Maxime Prévot und der indische Außenminister S. Jaishankar vereinbarten die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur „Erleichterung der qualifizierten Mobilität“. Ziel ist es, die Bearbeitungszeiten für Schengen-Geschäftsvisa, die in Indien ausgestellt werden, zu verkürzen und die belgischen Intra-Konzern-Transfergenehmigungen (ICT) für indische Fachkräfte zu vereinfachen. Die belgischen Konsulate in Mumbai und Neu-Delhi bearbeiteten 2025 fast 58.000 Schengen-Anträge – ein Anstieg von 27 % gegenüber dem Vorjahr. Beamte berichten, dass ein Pilotprojekt für ein E-Visa-Portal, unterstützt von Indiens National Payments Corporation, im ersten Quartal 2027 starten könnte. Dieses Portal würde Papierformulare überflüssig machen und die biometrische Wiederverwendung für Vielreisende ermöglichen. Im Dialog wurde zudem vereinbart, die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen zu prüfen, was es indischen MINT-Studierenden an der KU Leuven und der Universität Gent erleichtern würde, bezahlte Praktika bei belgischen Technologieunternehmen zu absolvieren. Die Initiative steht im Einklang mit Belgiens Strategie zur Gewinnung von Talenten. Laut Statbel ist Indien bereits die drittgrößte Herkunftsquelle hochqualifizierter Arbeitserlaubnisinhaber in Flandern; Arbeitgeber wie TCS Europe und UCB Pharma begrüßten Pläne für einen „grünen Kanal“, der die Bearbeitungszeiten für Blaue Karten halbieren könnte. Indische Wirtschaftsverbände forderten im Gegenzug eine Vereinfachung der Kurzaufenthaltsregelungen für belgische Ingenieure, die an Projekten für erneuerbare Energien in Gujarat und Maharashtra arbeiten. Beide Regierungen werden den Fortschritt bei der nächsten hochrangigen Wirtschaftsmission im März 2027 in Mumbai überprüfen. Bis dahin sollten Unternehmen die kommenden Rundschreiben des Außenministeriums und der Einwanderungsbehörde verfolgen, die neue Dokumentenlisten und Fristen enthalten werden.
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