
Das Belgische Bundeszentrum für Migration (Myria) hat seinen Jahresbericht zu Migration und Integration veröffentlicht und bestätigt, dass marokkanische Staatsangehörige weiterhin die größte Nicht-EU-Gemeinschaft im Land bilden. Laut der Ausgabe 2026, die am 9. Juli 2026 veröffentlicht wurde, ließen sich im Jahr 2024 rund 7.404 Marokkaner in Belgien nieder, gegenüber 6.696 im Jahr 2019 und 5.291 im Jahr 2014. Die Gemeinschaft macht nun etwa 4 % aller Neuankömmlinge und fast 9 % der ausländischen Erwerbstätigen aus. Myria führt das stetige Wachstum auf eine Kombination aus langjährigen Familienzusammenführungen, der Nachfrage Belgiens nach Arbeitskräften in Logistik und Gastgewerbe sowie der vergleichsweise einfachen Anerkennung von Hochschulabschlüssen marokkanischer Absolventen zurück. Marokkanische Staatsbürger führten im vergangenen Jahr auch die Rangliste der neuen Aufenthaltstitel für Arbeit und Studium an, nur übertroffen von ukrainischen Staatsangehörigen, wenn humanitäre Genehmigungen mitgerechnet werden. Der Bericht hebt positive Integrationsindikatoren hervor: Die Einbürgerungen unter Marokkanern stiegen im Jahresvergleich um 11 %, und die zweite Generation marokkanischer Herkunft erreicht nun Abschlussquoten im tertiären Bildungsbereich, die nahe am nationalen Durchschnitt liegen. Gleichzeitig warnt Myria vor anhaltender Diskriminierung bei Wohnungsvergaben und Einstellungen und fordert eine strengere Durchsetzung der belgischen Antirassismus-Gesetzgebung. Für Arbeitgeber unterstreichen die Daten die Bedeutung des marokkanischen Talentpools für Branchen mit Arbeitskräftemangel. Unternehmen wird geraten, regulatorische Anpassungen – wie die Pilotregelung für arbeitsmarktorientierte Arbeitserlaubnisse in Flandern – genau zu beobachten, um im Wettbewerb um nordafrikanische Fachkräfte wettbewerbsfähig zu bleiben. Mobilitätsmanager sollten zudem beachten, dass seit dem 1. Juli 2026 die Bearbeitungsgebühr für belgische nationale (D)-Visa auf 250 € gestiegen ist, was zusätzliche Kosten für langfristige Entsendungen bedeutet. Für die Zukunft empfiehlt Myria, die digitalen Terminvergabesysteme an den Konsulaten in Casablanca und Rabat zu optimieren, um die durchschnittlichen Visabearbeitungszeiten von derzeit 46 Tagen – das Doppelte des Schengen-Durchschnitts – zu verkürzen. Wird diese Empfehlung umgesetzt, könnten sich die Zeitpläne für Unternehmensumzüge marokkanischer Fachkräfte deutlich verkürzen, was die Einarbeitung und Projektplanung erleichtert.
Quelle: Hespress English
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