
Der Ausländer- und Einwanderungsdienst Zyperns sowie die Arbeitsinspektionsbehörde führten am 17. Juli eine überraschende, landesweite Aktion durch, bei der Restaurants, Cafés und Catering-Betriebe in allen Bezirken überprüft wurden. Innerhalb eines einzigen Nachmittags kontrollierten die Beamten 16 Betriebe und nahmen 47 Personen fest, die ohne die erforderlichen Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnisse beschäftigt waren. Neun der Festgenommenen wurden zudem als illegal im Land lebend identifiziert. Die gemeinsame Aktion folgt auf monatelange Beschwerden von Branchenverbänden, wonach Schwarzarbeit den Wettbewerb verzerrt und die Löhne in stark von Migrantenarbeit abhängigen Sektoren drückt. Die Inspektoren betonten, dass sie bewusst in der Hochsaison eingriffen, um ein deutliches Signal zu senden, dass „Barzahlung unter der Hand“ nicht toleriert wird. Arbeitgeber, die bei der Razzia erwischt wurden, sehen sich mit Verwaltungsstrafen in Höhe von insgesamt 195.000 Euro konfrontiert, zudem drohen bei wiederholten Verstößen strafrechtliche Konsequenzen. Die Behörden betonen, dass die Maßnahmen nicht nur der Durchsetzung des Einwanderungsrechts dienen, sondern auch den Schutz legaler Arbeitnehmer zum Ziel haben. Schwarzarbeitende haben keinen Sozialversicherungsschutz, keinen Zugang zum nationalen Gesundheitssystem Zyperns (GESY) und sind besonders anfällig für Ausbeutung. Die Beamten kündigten an, dass die Kontrollen im August täglich stattfinden werden, mit besonderem Fokus auf Küstenorte, in denen die saisonale Nachfrage am höchsten ist. Für multinationale Hotelketten und Reiseveranstalter ist die Botschaft klar: Subunternehmer in Zypern müssen die Vorschriften einhalten. Compliance-Teams werden aufgefordert, Lieferantenverträge zu überprüfen und vor dem nächsten Audit Nachweise über die legale Anmeldung der Mitarbeiter zu verlangen. Unternehmen, die ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigen, könnten künftig in Durchsetzungsbulletins namentlich genannt werden, was ihr Ansehen und rechtliche Risiken erhöht. Während die am 17. Juli angekündigten Bußgelder im EU-Vergleich noch moderat sind, hat das Innenministerium bereits Gesetzesänderungen vorbereitet, die die Strafen verdreifachen und bei hartnäckigen Verstößen Vermögenssperren ermöglichen würden. Sollte das verschärfte Regelwerk nach der Sommerpause verabschiedet werden, könnten die Kosten für Nicht-Einhaltung für zypriotische und ausländische Investoren deutlich steigen.
Quelle: KNEWS
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