
Belgiens neue Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt verschärfte am 22. Juli 2026 ihre Sparmaßnahmen und kündigte die sofortige Schließung von weiteren 700 Aufnahmeplätzen für alleinstehende männliche Asylsuchende in Brüssel an. Mit dieser Entscheidung wird das sogenannte „Brüsseler Abkommen“ von 2022, bei dem die Bundesregierung 2.000 Betten in von NGOs geführten Einrichtungen in der Hauptstadt finanziert, um den Druck auf das bundesweite, überlastete Fedasil-Netzwerk zu verringern, faktisch halbiert. Van Bossuyt argumentiert, dass die Wartelisten für alleinstehende Männer auf rund 1.000 Namen geschrumpft seien, viele würden informell bei Freunden oder Verwandten unterkommen. „Steuergelder kann man nur einmal ausgeben“, sagte sie gegenüber Journalisten und versprach, die Mittel zugunsten von Fedasil-Zentren in den Regionen umzuschichten. Die Brüsseler Regionalminister warfen der Bundesregierung einen „Angriff in vollem Umfang“ vor, der verletzliche Migranten auf die Straße zwingen und die Obdachlosenunterkünfte überlasten werde. Sozialminister Ahmed Laaouej warnte vor einer drohenden „sozialen Krise“ und forderte andere Bundespartner zum Eingreifen auf. Für Personalabteilungen, die Mitarbeitende im Rahmen internationaler Schutzprogramme nach Belgien umsiedeln, signalisiert dieser Schritt eine abnehmende Notfallkapazität in der Hauptstadt. Unternehmen, die gelegentlich humanitäre Transferierte oder Talente in der Warteschleife für den Status aufnehmen, sollten sich auf Ausweichunterkünfte außerhalb Brüssels einstellen und längere Pendelzeiten einplanen. NGOs befürchten zudem, dass die Kürzung Asylsuchende dazu treiben könnte, in der Nähe der EU-Institutionen auf der Straße zu schlafen, was das Ansehen der in Brüssel ansässigen multinationalen Unternehmen gefährden könnte. Die Auseinandersetzung verdeutlicht die Zersplitterung der Asylverantwortung in Belgien zwischen Bundes- und Regionalebene – eine strukturelle Herausforderung, die globale Mobilitätsberater bei der Organisation von Sponsoring oder Compliance-Unterstützung für humanitäre Mitarbeitende meistern müssen.
Quelle: The Brussels Times
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