
Brüssel – 22. Juli 2026. Die Botschafter (Coreper II) trafen sich heute in Brüssel zu einer umfangreichen Tagesordnung, die zwar von außenpolitischen Themen dominiert wurde, aber auch ein wichtiges Update zum Schengen-Ein- und Ausreisesystem (EES) enthielt. Laut Diplomaten legte die irische Präsidentschaft eine Informationsnotiz vor, in der gewarnt wird, dass mehrere Mitgliedstaaten, darunter Belgien, noch nicht genügend biometrische Terminals an den großen Flughäfen installiert haben, um den Verkehr in den Monaten Juli und August zu bewältigen. Die Diskussion folgt auf zunehmenden Druck aus der Branche: ACI Europe und führende Fluggesellschaften hatten Anfang des Monats darauf hingewiesen, dass die Wartezeiten für Drittstaatsangehörige am Flughafen Brüssel bereits zwei Stunden erreichen. Belgien hat 30 EES-Terminals am Flughafen Zaventem installiert, doch Modellrechnungen der Bundespolizei zeigen an Spitzentagen einen Mangel von 15 Geräten. Coreper stimmte einem Entwurf für eine Durchführungsentscheidung des Rates zu, die es den Mitgliedstaaten erlaubt, bei Wartezeiten von über 60 Minuten ein „Light-Touch“-Verfahren anzuwenden – das heißt, auf die Erfassung von Fingerabdrücken zu verzichten, sofern ein Risikoanalyse-Modul aktiv bleibt. Für Manager im Bereich globale Mobilität bedeutet diese temporäre Flexibilität, dass Drittstaatsangehörige, die im Sommer nach Belgien einreisen, mit weniger Störungen rechnen können, sollten aber dennoch bei der Buchung enger Anschlussverbindungen zusätzliche Zeit für die Grenzkontrolle einplanen. Arbeitgeber, die Typ-D-Visa sponsern, sollten Reisende darauf hinweisen, dass die gelockerten biometrischen Regeln keine Auswirkungen auf die Berechnung von Überziehungszeiten haben; Ausreisestempel sind inzwischen vollständig digital und werden automatisch mit den Einreisedaten abgeglichen. Die Notiz wird dem Rat für Justiz und Inneres zur formellen Annahme am 26. Juli vorgelegt. Bei Zustimmung plant Belgien, am selben Tag eine operative Direktive an die Flughafenpolizei Brüssel herauszugeben. Die Abteilungen für Geschäftsreisen sollten die Briefings der Fluggesellschaften aufmerksam verfolgen und sich darauf vorbereiten, Echtzeit-Updates über mobile Apps an die Reisenden weiterzugeben.
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