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Stipendiat aus Gaza durch Belgiens Präsenzpflicht bei Visa-Anträgen blockiert

Juli 23, 2026
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Stipendiat aus Gaza durch Belgiens Präsenzpflicht bei Visa-Anträgen blockiert
Eine bewegende Geschichte vom 22. Juli 2026 rückt die belgische Studentenvisapolitik ins Rampenlicht. Der 28-jährige palästinensische Arzt Ahmad Abu Jami erhielt ein begehrtes Stipendium der belgischen Regierung, um einen Master in Public Health am Institut für Tropenmedizin in Antwerpen zu absolvieren. Nach den aktuellen Bestimmungen muss er seinen Antrag für ein D-Visum persönlich bei einer belgischen Vertretung einreichen – was im Gazastreifen unmöglich ist, da dort kein belgisches Konsulat existiert und die Grenzübergänge seit dem Krieg 2023 weitgehend geschlossen sind. Sechs weitere Stipendiaten aus Gaza stehen vor demselben bürokratischen Hindernis. Belgische Universitäten haben Premierminister Bart De Wever aufgefordert, die Möglichkeit zur Online-Antragstellung zuzulassen, und verweisen auf ein niederländisches Urteil, das Den Haag zur Annahme von E-Mail-Anträgen zwang. Ein belgisches Gericht entschied bereits, dass weder belgisches noch EU-Recht eine persönliche Anwesenheit vorschreibt, doch das Außenministerium und die neue Ministerin für Asyl und Migration, Anneleen Van Bossuyt, bestehen auf dem persönlichen Sicherheitsgespräch. Kritiker sehen darin einen Widerspruch zu Belgiens Entwicklungszielen – ironischerweise finanziert der Bundesetat genau jene Stipendien, die nun gefährdet sind – und eine Schwächung des akademischen Ansehens Belgiens im globalen Wettbewerb um Talente. Das Institut für Tropenmedizin warnt, dass die Ausgrenzung von Ärzten aus Gaza „das angeschlagene Gesundheitssystem Gazas nach Kriegsende dringend benötigter Expertise berauben wird.“ Für Manager globaler Mobilität zeigt der Fall, wie starre Visaverfahren selbst voll finanzierte Einsätze zum Scheitern bringen können, selbst wenn Regierungen als Sponsoren auftreten. Multinationale Unternehmen, die Mitarbeiter nach Belgien entsenden, sollten beachten, dass Notfallflexibilität unwahrscheinlich ist; Sicherheitsprüfungen haben weiterhin oberste Priorität. Der Fall zeigt auch, dass gerichtliche Schritte Erfolg haben können, die Zeitpläne jedoch unvorhersehbar bleiben – ein klagender Student wartet Wochen später noch auf eine Entscheidung. Bis ein politischer Kompromiss gefunden wird, müssen belgische Sponsoren möglicherweise Unterkünfte in Drittstaaten organisieren, wo Antragsteller persönlich vorsprechen können, oder sich für humanitäre Ausnahmen im Einzelfall einsetzen. Die Angelegenheit erinnert daran, dass eine durchdachte Mobilitätspolitik die Einwanderungsformalitäten mit außenpolitischen und entwicklungspolitischen Zielen in Einklang bringen muss. Die nächsten Schritte Belgiens – ob Anpassung der Verfahren oder Verfall der Stipendien – werden zeigen, wie weit die neue Koalition bereit ist, grundlegende Regeln in Ausnahmesituationen zu lockern.
Quelle: The Brussels Times

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