
Nach einer dreimonatigen Pause bei der Veröffentlichung von Durchsetzungsstatistiken hat U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) am 24. Juli stillschweigend aktualisierte Dashboards veröffentlicht. Die Zahlen zeigen, dass ICE in den ersten elf Tagen im Juli mehr als 2.400 administrative Festnahmen vorgenommen hat – im Durchschnitt 1.474 pro Tag, der höchste Wert seit der Rückkehr von Präsident Trump ins Amt im Januar 2025. Fast 70 % der Festgenommenen waren verurteilte Straftäter oder Flüchtige mit ausstehenden Abschiebebescheiden. Der Datenanalyst Austin Kocher, der die Veröffentlichung zuerst bemerkte, weist darauf hin, dass die Zahl der Inhaftierten bei ICE nun über 52.000 liegt, was das Netz aus Bezirksgefängnissen und privaten Haftanstalten, die auf kurzfristigen Verträgen basieren, stark belastet. Befürworter befürchten, dass der Druck auf die Bettenkapazitäten zu weiten Verlegungen führen wird, die Häftlinge von ihren Anwälten und Familien trennen. Für Arbeitgeber, die am E-Verify-Programm teilnehmen oder auf saisonale H-2B-Arbeitskräfte angewiesen sind, könnte der Anstieg der Durchsetzungsmaßnahmen vermehrte Betriebsprüfungen und „Knock-and-Talk“-Besuche bedeuten, da ICE nach abschiebbaren Personen sucht. Compliance-Teams in Unternehmen sollten ihre I-9-Dokumente aktualisieren, den Zugang zu Rechtsbeistand während Prüfungen sicherstellen und das Sicherheitspersonal über Vorgehensweisen bei Haftbefehlen informieren. Die Datenveröffentlichung erhöht zudem die politischen Spannungen im Haushaltsstreit für das Geschäftsjahr 2027, bei dem die Republikaner im Repräsentantenhaus zusätzliche 4 Milliarden US-Dollar für ICE-Haftplätze fordern. Demokratische Führungskräfte sehen den Anstieg als Beleg dafür, dass die Behörde eine „Massenabschiebung“ betreibt, was im Herbst zu einem weiteren Showdown um Finanzierungsbedingungen führen dürfte.
Quelle: KJZZ Fronteras Desk