
Mitglieder des Congressional Hispanic Caucus veranstalteten am 24. Juli in Houston eine seltene Anhörung vor Ort, um den Mord an dem mexikanischen Bauunternehmer Lorenzo Salgado Araujo am 7. Juli durch einen ICE-Abschiebungsbeamten zu untersuchen. Die Aussagen von Salgados Söhnen und dem Bezirksstaatsanwalt von Harris County, Sean Teare, zeichneten ein düsteres Bild: Die Beamten trugen keine Körperkameras, das Opfer war nicht Ziel der Operation, und wichtige Zeugen befinden sich weiterhin in ICE-Haft und drohen abgeschoben zu werden. Die Abgeordneten kündigten die Einführung des „Lorenzos Gesetzes“ an, das die Finanzierung des Heimatschutzministeriums (DHS) an die Ausstattung der ICE Enforcement and Removal Operations mit Körperkameras knüpfen würde – eine Technologie, die bereits für CBP-Feldbeamte vorgeschrieben ist. Zudem forderten sie das DHS auf, zivile Zeugen aus humanitären Gründen freizulassen, damit diese mit den staatlichen Mordermittlern kooperieren können. Der Fall ist zum Brennpunkt für Einwanderungsrechtsgruppen geworden, die landesweite Proteste und einen geplanten Geschäftsstillstand am 24. Juli organisierten, um Transparenz zu fordern. Für Manager im Bereich globale Mobilität verdeutlicht der Vorfall die Reputationsrisiken für Unternehmen, die lateinamerikanische Mitarbeiter an Standorte in Texas entsenden, wo die gesellschaftlichen Spannungen hoch sind. Arbeitgeber sollten ihre Sicherheitshinweise für Reisen überprüfen und Beratungsangebote für betroffene Mitarbeiter in Betracht ziehen. Aus politischer Sicht verleiht die Anhörung dem parteiübergreifenden Senatsvorstoß neuen Schwung, der ab dem nächsten Haushaltsjahr den Pilotversuch von Körperkameras in fünf ICE-Feldbüros vorsieht. Bei Umsetzung könnten Anbieter von digitalen Beweismanagementsystemen neue Beschaffungsmöglichkeiten im Wert von geschätzten 120 Millionen US-Dollar erhalten.
Quelle: The Texas Tribune