
Der Schengen-Bericht der Europäischen Kommission, aktualisiert am 26. Juli, bestätigt, dass Österreich die Grenzkontrollen zu den Nachbarstaaten – darunter auch Tschechien – mindestens bis zum 15. September 2026 aufrechterhalten wird. Wien begründet die dreimonatige Verlängerung, die am 16. Juni begann, mit den „anhaltenden Bedrohungen der inneren Sicherheit durch irreguläre Migration entlang der Balkanrouten“. Für tschechische Autofahrer bedeutet dies praktisch eine Rückkehr zu den stichprobenartigen Kontrollen vor Schengen auf den Autobahnen D3 und D52, wo die österreichische Polizei mobile Kontrollstellen eingerichtet hat. Die Wartezeiten lagen an Wochentagen morgens im Schnitt bei 15 bis 20 Minuten, stiegen aber am vergangenen Wochenende mit dem Ferienverkehr auf über eine Stunde an. Bahnreisende auf der Hauptstrecke Prag–Wien berichten von stichprobenartigen Passkontrollen an Bord zwischen Gmünd und Wien Hbf. Logistikunternehmen beklagen, dass die Unsicherheit sie zwingt, zusätzliche Pufferzeiten in die Lieferkettenpläne für österreichische Werke in Linz und Graz einzubauen. Die tschechische Industrievereinigung schätzt, dass jede 15-minütige Verzögerung jährliche Mehrkosten von rund 8 Millionen CZK bei Just-in-time-Lieferungen verursacht. Reisende sollten entweder einen Reisepass oder Personalausweis mitführen und bei der Einreise mit dem Auto oder Bus mehr Zeit einplanen. Inhaber tschechischer Aufenthaltstitel mit einer Staatsangehörigkeit außerhalb der EU werden daran erinnert, dass sie bei Kontrollen sowohl Pass als auch Aufenthaltstitel vorzeigen müssen. Die Kommission wird die Verhältnismäßigkeit Anfang September neu bewerten, doch Insider in Brüssel gehen davon aus, dass eine weitere Verlängerung bis in die Weihnachtszeit „sehr wahrscheinlich“ ist.