
Italienische Küstenwache und Guardia di Finanza retteten am 26. Juli sieben überfüllte Boote in der Straße von Sizilien und brachten 395 Menschen in den Hafen von Pozzallo sowie 250 nach Porto Empedocle. Die Anlandungen erfolgen einen Tag nach der Registrierung von 3.000 Ankünften in Lampedusa, was erneut Sorgen über die Kapazitäten der Aufnahmezentren aufkommen lässt, da die Hauptmigrationssaison im August bevorsteht. Die meisten der jüngsten Ankömmlinge stammen laut vorläufigen Polizeibefragungen aus Guinea, Sudan und Syrien. Alle wurden zur medizinischen Untersuchung und Identifizierung in das regionale Hotspot-Netzwerk überstellt. Die Präfekturen in Ragusa und Agrigent haben die „Kontingenz-Kaskade“ aktiviert, indem sie Touristenfähren requirierten und Sporthallen umfunktionierten, um Überfüllung zu vermeiden. Das Innenministerium steht unter Druck, die neuen beschleunigten Asylverfahren zu beschleunigen, die durch den EU-Pakt für Migration und Asyl eingeführt wurden und Entscheidungen innerhalb von 12 Wochen für offensichtlich unbegründete Anträge vorsehen. Wirtschaftsverbände befürchten, dass anhaltende Engpässe bei der Aufnahme die Vergabe von Arbeitskontingenten im Rahmen des für September geplanten Decreto Flussi 2026 verzögern könnten. Unternehmen, die auf saisonale Landwirtschaftsarbeit in Sizilien und Kalabrien angewiesen sind, sollten mit möglichen Engpässen rechnen und intra-EU-Entsendungen oder Zeitarbeitslösungen prüfen. Personalabteilungen, die Drittstaatsangehörige sponsern, sollten zudem die Termine zur biometrischen Erfassung im Blick behalten, da die Polizeikräfte stark ausgelastet sein werden.
Quelle: La Sicilia
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