
Eine verheerende Welle von Waldbränden fegte am Sonntag über die Gargano-Halbinsel in Apulien und die benachbarte Küste von Molise hinweg. Dabei mussten Strände, Campingplätze und ein Pflegeheim evakuiert werden, während wichtige Verkehrsverbindungen mitten in der Hauptsaison lahmgelegt wurden. Die örtlichen Behörden ordneten die Sperrung der malerischen Küstenstraße SP 52 zwischen Vieste und Peschici sowie eines Abschnitts der Autobahn SS 693 „Lago di Lesina e Varano“ an. Die Ferrovie del Gargano leiteten Busse ins Landesinnere um, während ANAS Autofahrern empfahl, den gesamten Küstenkorridor zu meiden. Weiter nördlich sprangen die Flammen auf die Adriatische Bahnstrecke bei Campomarino Lido über, was beide Gleise der Hauptstrecke Bologna-Bari zum Stillstand brachte. Ein Frecciarossa mit 400 Reisenden und ein Intercity mit 100 Passagieren saßen stundenlang am Bahnhof Termoli fest, bis Ersatzbusse organisiert werden konnten. Der Vorfall machte die Verwundbarkeit der einspurigen Küstenbahn Italiens deutlich – nur wenige Wochen nachdem das Parlament neue Mittel für den Klimaanpassungstransport bewilligt hatte. Reiseveranstalter berichteten von Hunderten ausländischen Gästen, die nach Evakuierungen in den Resorts gestrandet waren. Das Zivilschutzamt richtete Notunterkünfte in der Grundschule von Peschici ein, und die Küstenwache brachte Badegäste per Boot in Sicherheit, während orangefarbener Rauch die Küste einhüllte. Todesopfer gab es keine, doch warnten die Behörden, dass heiße, trockene Winde in den nächsten 48 Stunden Glutnester wieder entfachen könnten. Für multinationale Unternehmen, die Sommeranreize oder Auslandseinsätze in Süditalien organisieren, sind die Brände eine wichtige Erinnerung, die Fürsorgepflichten zu überprüfen. Mitarbeiter sollten ihre Reiserouten registrieren, eine Reiseversicherung mit Naturkatastrophenschutz abschließen und Warnungen der italienischen Protezione Civile-App verfolgen. Logistikmanager, die Waren entlang der Adriaküste transportieren, müssen bis Mitte der Woche mit Verzögerungen im Bahnverkehr rechnen, während Busunternehmen Umleitungen von bis zu 60 Kilometern in Kauf nehmen müssen, bis die SS 16 und SS 693 wieder freigegeben sind. Langfristig warnen Experten des Nationalen Forschungsrats, dass die Häufigkeit extremer Waldbrände in Süditalien bis 2030 voraussichtlich verdoppelt wird. Verkehrsplaner sollten daher alternative Routen prüfen und saisonal angepasste Notfallbudgets für Personen- und Güterverkehr in Risikogebieten einplanen.
Quelle: ANSA