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Italien verschärft Sicherheitsmaßnahmen im Susa-Tal nach No-TAV-Krawallen; zwei ausländische Aktivisten ausgewiesen

Juli 29, 2026
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Italien verschärft Sicherheitsmaßnahmen im Susa-Tal nach No-TAV-Krawallen; zwei ausländische Aktivisten ausgewiesen
Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen auf der Baustelle der Hochgeschwindigkeitsstrecke Turin–Lyon am vergangenen Wochenende haben die italienischen Behörden am 28. Juli 2026 die Polizeipräsenz im Susatal verstärkt. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Innenminister Matteo Piantedosi besuchten die Tunnelportale von Chiomonte und forderten die Justiz auf, „alle verfügbaren Mittel“ gegen die von ihnen als „organisierte Gewalt“ bezeichneten Vorfälle einzusetzen. Die Polizeipräfektur bestätigte, dass zwei während der Proteste festgenommene französische Staatsangehörige mit Ausweisungsbescheiden und einem dreijährigen Wiedereinreiseverbot für den Schengen-Raum belegt wurden.

Der Vorfall zeigt, wie schnell ordnungspolitische Erwägungen in Mobilitätseinschränkungen münden können. Nach Artikel 13 des italienischen Einwanderungsgesetzes kann der Präfekt die administrative Ausweisung von Nicht-EU- oder EU-Bürgern anordnen, die als Bedrohung der öffentlichen Sicherheit gelten. Obwohl Ausweisungen im Zusammenhang mit Demonstrationen selten sind, sollten Unternehmen, die Baustellenbesuche oder Medientouren in politisch sensiblen Gebieten planen, den rechtlichen Status und frühere Protestbeteiligungen der Teilnehmer im Vorfeld prüfen.

Italien verschärft Sicherheitsmaßnahmen im Susa-Tal nach No-TAV-Krawallen; zwei ausländische Aktivisten ausgewiesen


Praktisch bedeutet dies, dass im Susatal nun verstärkte Straßensperren auf der Autobahn A32 sowie stichprobenartige Personenkontrollen an den Bahnhöfen Bussoleno und Susa eingerichtet wurden. Reiseveranstalter berichten von Verzögerungen von bis zu 45 Minuten für Busse, die zum beliebten Mont-Cenis-Pass fahren, während Spediteure, die Ausrüstung für alpine Bauprojekte transportieren, mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand zur Herkunftsnachweisung der Ladung rechnen müssen.

Das französische Innenministerium hat bisher auf Gegemaßnahmen verzichtet, doch Quellen in Paris berichten, dass das Thema beim nächsten Treffen der französisch-italienischen Innenminister im September zur Sprache kommen wird. Sollte sich die bilaterale Spannung verschärfen, ist eine Wiederaufnahme der seit Mai ausgesetzten Gegenkontrollen im Fréjus-Tunnel möglich, was unmittelbare Auswirkungen auf den Lkw-Verkehr zwischen Lyon und Norditalien hätte.

Personal- und Sicherheitsverantwortliche sollten die Länderrisikoanalysen für Dienstreisen nach Piemont aktualisieren und von einer Teilnahme an Demonstrationen abraten. Arbeitgeber, die ausländische Mitarbeiter mit Schengen-Kurzaufenthaltsstatus beschäftigen, müssen beachten, dass eine italienische Ausweisungsverfügung automatisch jedes bestehende Visum oder visumfreie Einreiseberechtigung aufhebt und die Wiedereinreise in den gesamten Schengen-Raum blockiert.
Quelle: ANSA – ‘Meloni nei cantieri TAV’, 28 July 2026

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