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Nach den Auseinandersetzungen im Susa-Tal verschärft Italien die Grenzkontrollen zu Frankreich

Juli 29, 2026
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Nach den Auseinandersetzungen im Susa-Tal verschärft Italien die Grenzkontrollen zu Frankreich
Turin – Einen Tag nach seinem Besuch auf den Baustellen im Val di Susa bestätigte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am 28. Juli 2026, dass die Sicherheitsbehörden ermächtigt wurden, die Identitätskontrollen an den Straßenübergängen zwischen Piemont, Ligurien und Frankreich zu verschärfen. Die Entscheidung folgt auf Zusammenstöße am Wochenende, bei denen vermummte Aktivisten, teils aus benachbarten EU-Staaten angereist, Sicherheitskräfte an den Tunneln der Hochgeschwindigkeitsstrecke (TAV) angegriffen hatten. Obwohl die Regierung keine vollständigen Grenzkontrollen wiedereinführte – was eine formelle Mitteilung an Brüssel erfordern würde – wies das Innenministerium die Polizei an, für die nächsten 72 Stunden „systematische, gezielte“ Kontrollen von Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen durchzuführen. Busunternehmen, die Pendler zwischen Lyon, Chambéry und Turin befördern, meldeten bereits Verzögerungen von 30 bis 45 Minuten an den Grenzübergängen Fréjus und Col de Tende. Für Mobilitätsmanager bedeutet die Verschärfung, dass Mitarbeitende, die mit Firmenwagen oder privat aus Frankreich nach Italien einreisen, sowohl Reisepass oder Personalausweis als auch eine Hotelreservierung oder eine Entsendebescheinigung mitführen sollten. Berichte aus der Praxis zeigen, dass Beamte auch von Drittstaatsangehörigen, die in Frankreich leben, aber vorübergehend an italienischen Baustellen eingesetzt sind, Arbeitsgenehmigungsnachweise verlangen. Meloni, begleitet vom Innenminister Piantedosi, erklärte, die Maßnahmen dienten dazu, „organisierte Gewalt, die sich als Protest tarnt, abzuschrecken“ und kündigte an, ausländische Täter für entstandene Schäden zur Verantwortung zu ziehen. Wirtschaftsverbände, die am Turin–Lyon-Korridor bauen, begrüßten den Schritt und wiesen darauf hin, dass Sicherheitsvorfälle bereits zu Mehrkosten von 220 Millionen Euro geführt hätten. Hintergrund: Italien führt seit dem 19. Juni an der Grenze zu Slowenien eingeschränkte Kontrollen nach Artikel 25 des Schengener Grenzkodex durch und beruft sich dabei auf Sicherheitsbedenken. Die Anordnung im Val di Susa ist enger gefasst und zeitlich begrenzt, unterstreicht jedoch den Trend zu flexibleren, ereignisgesteuerten Grenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raums.
Quelle: RaiNews.it

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