
Ab sofort verlieren Studierende mit Wohnsitz in England, deren Visa noch in Bearbeitung sind, nicht mehr mitten im Studium den Anspruch auf Studiengebührenkredite. Änderungen der Student Support Regulations, die bereits im Sommer veröffentlicht wurden und ab dem 1. August 2026 gelten, besagen, dass die Förderberechtigung bestehen bleibt, solange das Innenministerium keinen Ablehnungsbescheid erlässt. Damit wird eine bisherige Lücke geschlossen, die einige internationale Bachelor-Studierende in eine finanzielle Unsicherheit brachte. Das Bildungsministerium (DfE) erklärte, die Änderung „bringt die Regeln zur Studienfinanzierung in Einklang mit den modernen Einwanderungsrealitäten“ und verwies auf die zunehmende Nutzung digitaler eVisas, deren Verknüpfung mit den Hochschulverwaltungssystemen mehrere Wochen dauern kann. Universities UK begrüßte die Maßnahme und betonte, dass dadurch administrative Rücknahmen reduziert und die Diversifizierung der Studierendenrekrutierung über die EU hinaus gefördert werden. Die Verordnung friert zudem die maximalen Darlehen für Grundstudienjahre ein und begrenzt die Zuschüsse für Studierende mit Behinderung auf dem Niveau von 2025/26 – eine Entscheidung, die der National Union of Students als „heimlichen Sparschnitt“ kritisierte, angesichts einer Inflation von knapp 4 %. Für Fachleute im Bereich globale Mobilität ist besonders die Angleichung an die Verfahren des Innenministeriums relevant: Angehörige von entsandten Mitarbeitenden, die in Großbritannien studieren, sollen nicht mehr automatisch exmatrikuliert werden, wenn die Verlängerungsanträge ihrer Familien im UKVI-Rückstau stecken. Die Hochschulen müssen weiterhin termingerechte Prüfungen durchführen, ob Studierende eine gültige Aufenthaltsgenehmigung besitzen; Finanzverantwortliche können nun jedoch bei der Auszahlung der Unterhaltszahlungen auch den Nachweis eines fristgerecht gestellten Antrags akzeptieren, statt auf eine ausgestellte Biometrische Aufenthaltserlaubnis (BRP) zu warten. Die Universitäten haben nur vier Wochen Zeit, um ihre internen Richtlinien vor dem Studienstart im September anzupassen. Berater empfehlen, dass sponsoring Unternehmen ihre Entsandten daran erinnern, Visa-Verlängerungen frühzeitig zu beantragen, da eine formelle Ablehnung den Anspruch auf Studienförderung sofort beendet und möglicherweise die Rückforderung bereits ausgezahlter Darlehen während der Bearbeitungszeit auslöst.
Quelle: Department for Education