
Das Finanzministerium hat stillschweigend eine Abgabe für internationale Studierende in den Entwurf des Finanzgesetzes 2026 aufgenommen, der am 13. Juli veröffentlicht wurde. Ab dem akademischen Jahr 2028/29 muss jeder Anbieter von Hochschulbildung in England für jeden nicht-britischen Studierenden in Studiengängen auf Hochschulniveau 925 Pfund an den Staat zahlen. Die Abgabe wird inflationsbereinigt und vom Office for Students eingezogen, wobei bei verspäteter Zahlung Strafen drohen. Die Minister argumentieren, dass die Abgabe einen Teil der öffentlichen Kosten ausgleichen soll, die durch das Wachstum der ausländischen Einschreibungen entstanden sind – diese sind seit 2021 trotz allgemeiner Einwanderungsbeschränkungen um 30 % gestiegen. Die Universitäten – nicht die Studierenden – tragen die Gebühr, doch die meisten Einrichtungen geben zu, dass sie die Kosten ganz oder teilweise über höhere Studiengebühren oder Unterkunftspreise weitergeben werden. Die Russell Group schätzt, dass die Maßnahme die Ausgaben ihrer Mitglieder um jährlich 165 Millionen Pfund erhöhen könnte, und warnt, dass preisbewusste Bewerber dadurch eher nach Kanada oder Australien abwandern könnten. Für Arbeitgeber, die auf die Graduate- oder Skilled Worker-Programme angewiesen sind, besteht das größte Risiko darin, dass Universitäten ihre STEM-Aufnahmen reduzieren könnten, um ihre Margen zu schützen, was den Pool an arbeitsbereiten Talenten verkleinert. Einige Einrichtungen planen bereits Rabatte für Partnerunternehmen, die Praktika oder Sponsoring garantieren, um die Abgabenlast zu teilen. Multinationale Unternehmen mit eigenen dualen Studiengängen sind von der Abgabe ausgenommen. Das Gesetz sieht eine Freigrenze von zunächst 150 Studierenden vor, bevor die Abgabe greift, um kleinere Anbieter zu entlasten. Die Konsultation zu den ergänzenden Vorschriften endet am 12. September. Branchenverbände setzen sich dafür ein, die Einnahmen für schnellere Visaverfahren oder Verbesserungen des Post-Study-Work-Programms zu verwenden, doch das Finanzministerium hat die Mittel bisher für allgemeine Ausgaben vorgesehen.
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