
Angesichts der heftigsten Kritik seiner Amtszeit wies der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Dienstag einen Brief zurück, der von 22 EU-Staats- und Regierungschefs unterzeichnet wurde und Madrid für angeblich nachlässige Grenzkontrollen in Ceuta verantwortlich machte. In seinem eigenen Schreiben an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete Sánchez die Vorwürfe als „Vorurteile, Fake News und politischen Opportunismus“ und erinnerte die Partner daran, dass Spanien zuvor Migranten aufgenommen hatte, die aus Krisen in Belarus (2021) und Lampedusa (2023) umgeleitet wurden. Europäische Spitzenpolitiker wie Italiens Giorgia Meloni und Dänemarks Mette Frederiksen drohten damit, die Schengen-Kontrollen für Reisende aus Spanien wieder einzuführen – rechtlich möglich, politisch jedoch heikel. Analysten erklärten gegenüber AP, dass die Auseinandersetzung eine breitere Rechtsverschiebung in der EU-Migrationspolitik vor mehreren nationalen Wahlen verdeutlicht. Für Unternehmen, die Talente nach Spanien entsenden oder regionale Meetings planen, würde eine vorübergehende Aussetzung des passfreien Reisens Reisepläne durcheinanderbringen und die Effizienz des Schengen-Raums zunichtemachen. Obwohl bisher kein Land Maßnahmen nach Artikel 25 aktiviert hat, sollten Risikomanager die Möglichkeit im Blick behalten, insbesondere für Straßengüterverkehr, der an den Pyrenäenübergängen mit neuen Engpässen rechnen müsste. Innenpolitisch muss Sánchez’ Minderheitsregierung auch die diplomatischen Folgen mit Marokko bedenken, das von einigen Experten beschuldigt wird, die Massenflucht der vergangenen Woche zu ignorieren. Eine Abkühlung der bilateralen Beziehungen könnte Spaniens Saisonarbeitsprogramme und den ehrgeizigen Plan zur Legalisierung langjährig irregulärer Migranten erschweren – beides entscheidend für Branchen wie Landwirtschaft und Pflege.
Quelle: AP News
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