
Auf Wunsch Dublins schalteten sich die Innenminister der 27 EU-Mitgliedstaaten am 4. August zu einer kurzfristig einberufenen Videokonferenz zusammen, um aus dem plötzlichen Zustrom von rund 50.000 marokkanischen Staatsangehörigen in die spanische Enklave Ceuta fünf Tage zuvor „Lehren zu ziehen“. Während alle Teilnehmer ihre Solidarität mit Madrid bekundeten, traten schnell Risse zutage. Ein Block von 22 Mitgliedstaaten hatte bereits einen scharfen Brief verbreitet, in dem Premierminister Pedro Sánchez vorgeworfen wurde, durch sein im April gestartetes Legalisierungsprogramm für undokumentierte Arbeitskräfte „Anreize“ geschaffen zu haben. Während des Gesprächs – dessen Details Le Monde berichtete – drängten Minister aus Italien, Dänemark und Deutschland auf strengere Maßnahmen an den Außengrenzen, darunter die Auslagerung der Asylverfahren an Drittstaaten. Spanien, unterstützt von Frankreich, Luxemburg und Portugal, entgegnete, dass die aktuellen Migrationsströme in die EU in diesem Jahr um 37 % zurückgegangen seien, und warnte vor „emotionsgetriebener“ Politik. Für globale Arbeitgeber ist die Debatte mehr als politisches Schauspiel. Sollte sich die harte Linie durchsetzen, könnten die Freizügigkeit im Schengen-Raum durch erneute Kontrollen im Binnenland eingeschränkt werden, was die administrative Belastung für Pendler und Vielflieger erhöhen würde. Der LIBE-Ausschuss des Europäischen Parlaments hat bereits eine Sondersitzung für Donnerstag angesetzt, und Berater für Unternehmensmigration erwarten Vorschläge von einer beschleunigten Einführung von ETIAS bis hin zu neuen Haftungsregeln für Fluggesellschaften. Bis ein Konsens erzielt wird, sollten Mobility-Manager die Hinweise der Verkehrsträger auf kurzfristige Personenkontrollen an Landgrenzen – insbesondere in Frankreich und Italien, deren Regierungen unter starkem innenpolitischem Druck stehen, in der Ceuta-Frage „etwas zu tun“ – genau beobachten. Zudem sollten sie sich auf beschleunigte politische Wendungen im Vorfeld des Europäischen Rates im Oktober einstellen, bei dem Migration das dominierende Thema sein wird.
Quelle: Le Monde (English)
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Spanien.Mehr von Spanien
Alle anzeigen
Viral TikTok-Falschmeldung löst Massenansturm von 72.000 Menschen an der Grenze zu Ceuta aus
Madrid ordnet „Schnellrückführungen“ an und bereitet zweite schwimmende Grenzbarriere für Melilla vor