
In einer am 15. September veröffentlichten schriftlichen Parlamentsanfrage hat die Abgeordnete Cendrine Chazé das Außenministerium gefragt, ob Frankreich einen EU-Vorschlag unterstützen würde, die derzeitige Aussetzung der visafreien Einreise für georgische Amtsträger auf alle georgischen Staatsbürger auszuweiten. Die Kommission hatte im März 2026 wegen Bedenken hinsichtlich demokratischer Rückschritte den Aussetzungsmechanismus aktiviert, der jedoch nur Inhaber diplomatischer, Dienst- oder offizieller Pässe betrifft und im März 2027 ausläuft. Chazé weist auf die Spannung hin zwischen der Sanktionierung der georgischen Führungselite und der Unterstützung einer überwiegend proeuropäischen Bevölkerung, die von einer pauschalen Aussetzung betroffen wäre. Die Regierung hat noch nicht geantwortet, doch die Anfrage deutet darauf hin, dass Frankreich im Rat bei der Debatte über eine mögliche Verlängerung später in diesem Jahr innenpolitisch unter Druck geraten könnte. Für Teams im Bereich globale Mobilität stehen viel auf dem Spiel: Im Jahr 2025 erhielten rund 7.300 georgische Staatsangehörige französische Arbeitserlaubnisse, viele davon in Bau- und Landwirtschaft. Eine allgemeine Aussetzung würde diese Arbeitskräfte zwingen, ein reguläres Schengen-Visum zu beantragen, was die Bearbeitungszeiten verlängert und die Compliance-Kosten erhöht. Sollte Frankreich eine Ausweitung der Aussetzung unterstützen, sollten Unternehmen mit Engpässen bei Botschaftsterminen rechnen und intra-unternehmerische Versetzungen über die EU Blue Card in Betracht ziehen, die anderen Beschränkungen unterliegen. Eine endgültige Entscheidung wird bis Januar 2027 erwartet; Unternehmen mit georgischen Fachkräften sollten die schriftliche Antwort des Außenministeriums verfolgen, die im Amtsblatt der Nationalversammlung veröffentlicht wird.