
Eine aktualisierte Liste auf dem Schengen-Überwachungsportal der Europäischen Kommission, veröffentlicht am 14. September, bestätigt, dass Polen eine neue Mitteilung zur Verlängerung der Kontrollen an seinen Binnengrenzen zu Deutschland und Litauen vom 2. Oktober 2026 bis zum 30. März 2027 eingereicht hat. Begründet wird dieser Schritt mit „anhaltendem Migrationsdruck“ und Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Krieg Russlands in der Ukraine. Polen hatte im Juli 2025 erstmals stichprobenartige Kontrollen an diesen Grenzen wiedereingeführt, um Menschenschmuggelnetzwerke zu stoppen, die die Route über Belarus ausnutzen. Nach Schengen-Regeln sind Binnengrenzkontrollen grundsätzlich nur vorübergehend erlaubt, können aber bei anhaltenden Bedrohungen in sechsmonatigen Abschnitten verlängert werden. Die jüngste Meldung aus Warschau enthält eine verstärkte Risikoanalyse, die eine Zunahme gefälschter Reisedokumente sowie einen 17-prozentigen Anstieg der unmittelbar nach der Einreise aus Deutschland gestellten Asylanträge im Jahresvergleich aufzeigt. Für Geschäftsreisende und Pendler bleibt die praktische Auswirkung begrenzt: Reisepässe oder Personalausweise sind weiterhin ausreichend, und die durchschnittlichen Wartezeiten liegen selten über fünf Minuten. Allerdings sollten Busunternehmen und Mobility-Manager beachten, dass Grenzschutzkontrollen nachts häufiger stattfinden können und stichprobenartige Nachkontrollen einen Nachweis über Beschäftigung oder Hotelbuchungen verlangen können. Die Verlängerung steht im Einklang mit parallelen Maßnahmen in Deutschland und Österreich und signalisiert, dass Ad-hoc-Kontrollen entlang des östlichen Migrationskorridors der EU zunehmend semi-permanent werden. Unternehmen, die Mitarbeiter innerhalb der Region versetzen, sollten sicherstellen, dass diese Nachweise über EU-Aufenthaltsrechte mitführen, und Logistikfirmen müssen gelegentliche Fahrzeugkontrollen in ihre Zeitpläne einplanen.
Quelle: European Commission – DG HOME
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