
Das brasilianische Außenministerium hat diese Woche stillschweigend sein neues elektronisches Besuchervisum-System (eVisa) auf Teile Afrikas ausgeweitet. Neu berechtigt sind nun Staatsangehörige aus Südafrika, Botswana, Marokko, Namibia, Tunesien und den Seychellen, die ihren Antrag online stellen können, ohne ein Konsulat aufsuchen zu müssen. Wie die nigerianische Nachrichtenplattform Peoples Gazette am 18. September 2026 berichtete, gilt die Änderung rückwirkend ab dem 1. September. Reisende aus den sechs Ländern können ihre Unterlagen über das Integrierte Konsularsystem (SCI) hochladen und innerhalb von zehn Arbeitstagen ein Ein- oder Mehrfacheinreise-eVisa per E-Mail erhalten. Erfolgreiche Antragsteller dürfen sich bis zu 90 Tage pro Besuch und insgesamt 180 Tage pro Jahr in Brasilien aufhalten (für die Seychellen gilt eine Sonderregelung von 180 Tagen pro Besuch). Das eVisa gilt für Tourismus, Geschäftstreffen, künstlerische oder sportliche Aktivitäten, Kurzzeitstudium und Freiwilligenarbeit, jedoch nicht für eine Erwerbstätigkeit. Die Gebühren bleiben mit derzeit 80,90 US-Dollar unverändert, doch entfallen durch das Online-Verfahren Kosten für Kurierdienste und Wartezeiten bei Terminen. Dieser Schritt ist Teil der umfassenden Digitalisierungsstrategie Brasílias, die das eVisa bereits im April 2025 für Staatsangehörige aus den USA, Kanada und Australien verpflichtend machte und Anfang dieses Jahres auf bestimmte asiatische Länder ausweitete. Für afrikanische Unternehmen senkt die Maßnahme eine bedeutende Hürde, um mit Brasiliens wachsenden Konsum- und Rohstoffmärkten, insbesondere in den Bereichen Energie und Agrartechnologie, in Kontakt zu treten – Branchen, in denen südafrikanische und marokkanische Firmen aktiv sind. Nigeria und die meisten anderen afrikanischen Staaten bleiben jedoch ausgeschlossen. Branchenverbände in Lagos kündigten an, sich für eine Aufnahme Nigerias einzusetzen, da das Land Brasiliens wichtigster Handelspartner in Westafrika und Heimat der größten brasilianischen Expat-Gemeinschaft auf dem Kontinent ist. Bis zu einer möglichen Änderung müssen nigerianische Passinhaber weiterhin ihre Anträge persönlich in Papierform einreichen, mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von vier Wochen. Teams für globale Mobilität sollten ihre Berechtigungsmatrizen aktualisieren und Reisende aus den neu aufgenommenen Ländern darauf hinweisen, dass das eVisa ausgedruckt bei der Einreise vorgelegt werden muss. Arbeitgeber werden zudem daran erinnert, dass eVisa-Inhaber, die praktische technische Unterstützung leisten oder in Brasilien entlohnt werden wollen, weiterhin ein temporäres Arbeitsvisum benötigen.
Quelle: Peoples Gazette
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