
Ärzte ohne Grenzen (MSF) bestätigte, dass sein Rettungsschiff Oyvon am 21. September 31 Migranten in Sicherheit brachte, nachdem bewaffnete libysche Männer angeblich ihr Holzboot in Brand gesetzt hatten, um eine Abfangaktion zu verhindern. Die italienischen Behörden bestimmten den Hafen von Catania als Ausschiffungsort, etwa 30 Stunden Fahrt vom Rettungsort entfernt. Die Gruppe – hauptsächlich sudanesische und eritreische Staatsangehörige – umfasst acht Frauen und vier Kinder. Das medizinische Personal von MSF behandelte mehrere Passagiere wegen Rauchvergiftungen und leichter Verbrennungen, die bei dem Brandanschlag erlitten wurden. Der Vorfall ereignete sich innerhalb der libyschen Such- und Rettungszone, doch laut MSF reagierten die libyschen Küstenwacheinheiten nicht auf mehrere Notrufe. Die Präfektur von Catania aktivierte ihr standardmäßiges Verfahren zur Migrantenaufnahme und setzte Teams des Roten Kreuzes, die Einwanderungspolizei sowie UNHCR-Mitarbeiter ein. Nach Sicherheitskontrollen werden Erwachsene in Aufnahmezentren auf Sizilien gebracht, während Minderjährige unter die Obhut des Jugendgerichts gestellt werden. Der Vorfall verdeutlicht die anhaltenden Sicherheitsrisiken auf der zentralen Mittelmeerroute und könnte im bevorstehenden Debatte des Europäischen Parlaments über die Verlängerung der Ausbildungskomponente der Operation IRINI für libysche Streitkräfte eine Rolle spielen. Sicherheitsbeauftragte von Unternehmen, die Expatriates durch libysche Häfen begleiten, sollten ihre Evakuierungspläne überdenken und prüfen, ob ihre Versicherungsverträge Entführungen auf See und Körperverletzungen abdecken.
Quelle: La Sicilia
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