
Französische Gendarmen, unterstützt von Einheiten der Nationalpolizei, haben in den frühen Morgenstunden des 22. September 114 Migranten in La Poterie-Cap-d’Antifer, etwa 20 km nördlich von Le Havre, abgefangen. Beamte der Präfektur berichteten, die Gruppe sei entdeckt worden, bevor ein Boot ablegen konnte, wodurch eine Massenüberfahrt über den Ärmelkanal verhindert wurde. Die Präfektur Seine-Maritime verzeichnet damit bereits die 18. vereitelte Abfahrt aus dem Département im Jahr 2026, was auf eine Verlagerung der Einschiffungsversuche nach Westen hinweist, weg von den stark überwachten Stränden des Pas-de-Calais. Es wurden keine Festnahmen bekannt gegeben, die Migranten wurden „in Obhut genommen“ – ein Begriff, den Kritiker als Verschleierung fehlender langfristiger Lösungen sehen. Für Unternehmen mit Standorten an der normannischen Küste, darunter petrochemische und erneuerbare Energieanlagen, könnte die Aktion kurzfristige Straßensperrungen und Personenkontrollen bedeuten, da die Polizei die Küstenstraßen verstärkt überwacht. Zugangsausweise für ausländische Mitarbeiter sollten griffbereit gehalten werden, um Verzögerungen zu vermeiden. Der Vorfall zeigt auch die wachsende Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Großbritannien: Downing Street hat kürzlich 45 zusätzliche französische Beamte für Patrouillen in der Normandie finanziert – ein Pilotprojekt, das von Wirtschaftsverbänden mit Sorge gesehen wird, da eine Ausweitung auf Häfen längere Bearbeitungszeiten für Just-in-Time-Lieferungen bedeuten könnte. Rechtsexperten rechnen mit vermehrten administrativen Haftanordnungen, da die Präfekturen vor der Wintersturm-Saison, in der die Überfahrten trotz widriger Wetterbedingungen traditionell zunehmen, verstärkt auf Abschreckung setzen.
Quelle: Actu Forces de l’Ordre