
LONDON – Die tschechische Tourismusbehörde beendete am 6. November 2025 ihre dreitägige Präsentation auf der World Travel Market in London und nutzte den letzten Messetag, um eine neue Zielgruppe anzusprechen: Fernarbeiter mit mittelfristigem Aufenthalt und „Slow-Mads“ statt Wochenend-Städtereisender.
Der tschechische Pavillon, der von Prague City Tourism, dem Czech Convention Bureau und einem Dutzend DMCs gemeinsam betrieben wird, verzeichnete über 1.600 Geschäftstermine – 25 Prozent mehr als 2024. Laut Pavillonleiterin Klára Nishimura waren die meistgefragten Informationspakete nicht die Weihnachtsmärkte Prags, sondern das Digital-Nomad-Visum, das kürzlich auf 16 Nationalitäten ausgeweitet wurde. „Reiseveranstalter und Relocation-Firmen wollten vor allem klare Informationen zu Steuerregistrierung, Krankenversicherung und der Vereinbarkeit des Visums mit den Schengen-Regeln“, erklärte sie.
Um die Nachfrage zu nutzen, kündigte Visit Czechia eine englischsprachige Microsite „Remote Work Hub“ an, die Mitte Dezember online gehen soll. Die Seite bündelt Checklisten für Visa, regionale Coworking-Karten und Lebenshaltungskostenrechner für Brünn, Ostrava und Liberec – Städte, die als Alternativen zu Prag positioniert werden sollen. Vertreter des Startup-Clusters aus Brünn nutzten die Messe, um britischen und israelischen Vermittlern gemeinsame Unterkunfts- und Coworking-Pakete vorzustellen.
Branchenanalysten bewerten diese Neuausrichtung als logisch. Aktuelle Daten von Oxford Economics zeigen, dass Reisende, die 30 bis 180 Tage bleiben, pro Besuch 40 Prozent mehr ausgeben als klassische Touristen und oft außerhalb der Hauptsaison reisen, was die Auslastung von Hotels und Serviced Apartments stabilisiert. Tschechiens vergleichsweise niedrige Kosten, die weit verbreitete Englischkenntnisse und Direktflüge von Prag zu 166 Zielen machen das Land zu einem aufstrebenden Kandidaten für dieses Segment.
Für Manager im Bereich globale Mobilität lautet die Botschaft zweigleisig: Erstens, rechnen Sie mit mehr Entsendungen – insbesondere von Tech-Freelancern –, die Tschechien als Remote-Work-Standort wählen; zweitens, bereiten Sie sich darauf vor, sie bei der kommunalen Meldepflicht zu beraten, die sich von den Regeln für temporäre Aufenthalte in touristischen Unterkünften unterscheidet.
Während europäische Reiseziele um ortsunabhängige Talente konkurrieren, signalisiert Tschechiens neuer Marketingansatz einen strategischen Wandel: vom „Besuchen Sie uns“ hin zum „Nehmen Sie hier Ihren Standort“. Ob sich das in längeren Aufenthalten niederschlägt, hängt davon ab, wie reibungslos die Einwanderungsbehörden die Digital-Nomad-Visa während der Übergangsphase der Regierung im Heimatland bearbeiten können.
Der tschechische Pavillon, der von Prague City Tourism, dem Czech Convention Bureau und einem Dutzend DMCs gemeinsam betrieben wird, verzeichnete über 1.600 Geschäftstermine – 25 Prozent mehr als 2024. Laut Pavillonleiterin Klára Nishimura waren die meistgefragten Informationspakete nicht die Weihnachtsmärkte Prags, sondern das Digital-Nomad-Visum, das kürzlich auf 16 Nationalitäten ausgeweitet wurde. „Reiseveranstalter und Relocation-Firmen wollten vor allem klare Informationen zu Steuerregistrierung, Krankenversicherung und der Vereinbarkeit des Visums mit den Schengen-Regeln“, erklärte sie.
Um die Nachfrage zu nutzen, kündigte Visit Czechia eine englischsprachige Microsite „Remote Work Hub“ an, die Mitte Dezember online gehen soll. Die Seite bündelt Checklisten für Visa, regionale Coworking-Karten und Lebenshaltungskostenrechner für Brünn, Ostrava und Liberec – Städte, die als Alternativen zu Prag positioniert werden sollen. Vertreter des Startup-Clusters aus Brünn nutzten die Messe, um britischen und israelischen Vermittlern gemeinsame Unterkunfts- und Coworking-Pakete vorzustellen.
Branchenanalysten bewerten diese Neuausrichtung als logisch. Aktuelle Daten von Oxford Economics zeigen, dass Reisende, die 30 bis 180 Tage bleiben, pro Besuch 40 Prozent mehr ausgeben als klassische Touristen und oft außerhalb der Hauptsaison reisen, was die Auslastung von Hotels und Serviced Apartments stabilisiert. Tschechiens vergleichsweise niedrige Kosten, die weit verbreitete Englischkenntnisse und Direktflüge von Prag zu 166 Zielen machen das Land zu einem aufstrebenden Kandidaten für dieses Segment.
Für Manager im Bereich globale Mobilität lautet die Botschaft zweigleisig: Erstens, rechnen Sie mit mehr Entsendungen – insbesondere von Tech-Freelancern –, die Tschechien als Remote-Work-Standort wählen; zweitens, bereiten Sie sich darauf vor, sie bei der kommunalen Meldepflicht zu beraten, die sich von den Regeln für temporäre Aufenthalte in touristischen Unterkünften unterscheidet.
Während europäische Reiseziele um ortsunabhängige Talente konkurrieren, signalisiert Tschechiens neuer Marketingansatz einen strategischen Wandel: vom „Besuchen Sie uns“ hin zum „Nehmen Sie hier Ihren Standort“. Ob sich das in längeren Aufenthalten niederschlägt, hängt davon ab, wie reibungslos die Einwanderungsbehörden die Digital-Nomad-Visa während der Übergangsphase der Regierung im Heimatland bearbeiten können.
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