
Raketenwarnungen, Anordnungen zum Verbleib in Schutzräumen und geschlossene Flughäfen haben mehr als 4.000 Schweizer Bürger in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Oman in eine ungewisse Lage gebracht, wie Interviews zeigen, die am 4. März von SWI swissinfo.ch veröffentlicht wurden. Marianne Jenni, Leiterin des Konsulardienstes, erklärte gegenüber dem Medium, dass die Hotline des Außenministeriums bereits über tausend direkte Anfragen entgegengenommen habe, organisierte Evakuierungen jedoch erst möglich sind, wenn der Luftraum wieder geöffnet wird. Schweizer Staatsangehörige berichten von schlaflosen Nächten in Hotelkellern und verzweifelten Anrufen von Angehörigen zu Hause. Ein in Dubai lebender Expat hörte Explosionen, während er E-Mails der Botschaft verfolgte, die zum Verbleib in Innenräumen rieten. In Doha erhielt ein Schweizer Ingenieur, der an einem Energieprojekt arbeitet, automatisierte Raketenabwehrwarnungen auf sein Handy und wurde angewiesen, aus der Ferne zu arbeiten. Die Situation stellt die Grenzen der Krisenmanagementstrategie der Schweiz auf die Probe, die hauptsächlich auf kommerzielle Fluggesellschaften statt auf staatliche Flugzeuge setzt. Die Behörden raten allen im Ausland befindlichen Schweizern, sich in der Travel Admin App zu registrieren, Pässe griffbereit zu halten und den lokalen Anweisungen zu folgen. Arbeitgeber mit Mitarbeitenden in der Region sollten sicherstellen, dass Personallisten, Notfallkontakte und medizinische Evakuierungsversicherungen aktuell sind. Für Teams im Bereich globale Mobilität zeigt der Fall, warum psychologische Unterstützung ebenso wichtig ist wie logistische Maßnahmen: Gestrandete Mitarbeitende benötigen möglicherweise Beratung, Vorschüsse oder verlängerte Unterkunftshilfen. Zudem wird die Bedeutung einer dualen Gehaltsabrechnung deutlich, da Verzögerungen Reisende über lokale Steueransässigkeitsschwellen bringen könnten, falls die Krise andauert. Das Außenministerium schließt weitere Maßnahmen nicht aus – darunter die Zusammenarbeit mit SWISS und Edelweiss für zusätzliche Hilfsflüge –, sobald die Sicherheitslage dies zulässt.
Quelle: SWI swissinfo.ch