
Das Finanzportal TheStreet berichtete am späten 4. März (früher 5. März in Brasilien), dass das Pilotprojekt „Open Doors 2026“ für visumfreies Reisen bewusst die USA, Kanada und Australien ausschließt – Länder, die Brasilianer seit Jahrzehnten zur Visumspflicht verpflichten. Tourismusverbände begrüßten die erleichterte Einreise für acht weitere Märkte, warnten jedoch davor, dass die allein für US-Bürger geltende e-Visum-Gebühr von 80 US-Dollar wohl zahlungskräftige nordamerikanische Touristen zu konkurrierenden Reisezielen in Lateinamerika abwandern lassen könnte. Im Kongress wurde über die vollständige Wiedereinführung der Visumfreiheit für die drei englischsprachigen Länder diskutiert, doch Abgeordnete zögerten angesichts der US-Zölle auf brasilianische Waren Anfang des Jahres. Das Tourismusministerium betont, dass der e-Visumantrag „weniger als zehn Minuten“ dauert und somit keine echte Hürde darstellt; Handelsverbände widersprechen und verweisen auf eine Abeta-Umfrage, die seit der Wiedereinführung des e-Visums 2025 einen Buchungsrückgang von 12 % bei US-Reiseveranstaltern zeigt. Für multinationale Unternehmen erschwert das geteilte System die Organisation von Gruppentreffen: Chinesische oder französische Mitarbeiter können visumfrei einreisen, während US-Kollegen online ein Visum beantragen müssen. Reisebüros empfehlen, für US-Reisende einen zusätzlichen Puffer von drei Werktagen in den Reiseplan einzubauen, bis sich die Bearbeitungszeiten stabilisieren. Beamte deuteten an, dass nach dem US-Wahlzyklus Gespräche mit Washington wieder aufgenommen werden könnten. Bis dahin dürfte das duale System bestehen bleiben, was die Bedeutung maßgeschneiderter Mobilitätskonzepte je nach Nationalität unterstreicht.
Quelle: TheStreet
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