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Belgische Regierung genehmigt umstrittene Durchsuchungsbefugnisse zur Durchsetzung von Abschiebungen

Apr. 4, 2026
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Belgische Regierung genehmigt umstrittene Durchsuchungsbefugnisse zur Durchsetzung von Abschiebungen
Die Minderheitskoalition Belgiens hat einen langwierigen Streit um Migration durch die Verabschiedung eines Gesetzesentwurfs zur Lösung gebracht, der es der Polizei erlaubt, private Wohnungen zu betreten und undokumentierte Migranten festzuhalten, die sich der Abschiebung verweigern. Der Entwurf wurde am Freitag, dem 3. April 2026, in zweiter Lesung vom Ministerrat gebilligt und geht nun zur Stellungnahme an den Staatsrat, bevor im Frühjahr mit einer Parlamentsabstimmung gerechnet wird. Für Manager im Bereich Arbeitsmigration ist der Vorschlag von großer Bedeutung. Der belgische Arbeitsmarkt ist auf einen stetigen Zustrom von Drittstaatsangehörigen angewiesen – im Jahr 2025 wurden knapp 100.000 Arbeitserlaubnisse ausgestellt – doch Belgien weist mit etwa 14 % eine der niedrigsten tatsächlichen Rückführungsquoten in der EU auf. Arbeitgeber, die Arbeitserlaubnisse sponsern, sehen häufig, dass abgelehnte Anträge auf Familienzusammenführung illegal im Land verbleiben, was zukünftige Anträge erschwert. Innenministerin Annelies Verlinden und Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt betonen, dass die Polizei mit richterlichem Durchsuchungsbefehl Wohnungen betreten kann, um das Rückführungssystem glaubwürdig zu machen und gleichzeitig die Menschenrechte zu wahren. Die Maßnahme ist politisch heikel: Eine ähnliche Klausel führte 2018 zum Sturz der Regierung Charles Michel. Diesmal signalisieren die frankophonen Liberalen (MR) eine bedingte Unterstützung, während die Grünen das Gesetz als „kontraproduktiv und drakonisch“ kritisieren. NGOs warnen davor, dass traumatisierte Kinder oder Mitbewohner bei Razzien betroffen sein könnten. Der Entwurf beschränkt den Zutritt daher auf Fälle mit Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder nationaler Sicherheit und verpflichtet die Behörden, zunächst eine freiwillige Ausreise anzubieten. Bei Inkrafttreten müssen Unternehmen, die entsandte Mitarbeiter oder Expats in Firmenwohnungen unterbringen, Mietverträge und Datenschutzbestimmungen überprüfen: Vermieter müssen mit Beamten mit Durchsuchungsbefehl kooperieren, könnten aber haftbar gemacht werden, wenn sie personenbezogene Daten zu weitreichend weitergeben. Mobilitätsteams sollten zudem mit schnelleren Abschiebungen rechnen, um Kapazitäten in Abschiebezentren freizumachen, was wiederum die Bearbeitungszeiten für kooperative Antragsteller verkürzen könnte. Praktisch könnte die Abstimmung mit dem neuen Rücknahmeabkommen Belgiens mit Algerien und den laufenden Gesprächen mit Marokko zusammenfallen, was darauf hindeutet, dass die Durchsetzung sich auf Nationalitäten konzentrieren wird, für die es nun einen diplomatischen Rückführungsweg gibt. Multinationale Unternehmen sollten betroffene Entsandte informieren und sicherstellen, dass alle Aufenthaltsdokumente aktuell sind.
Quelle: The Brussels Times

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