
Das verpflichtende Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU soll am 10. April vollständig in Betrieb gehen und bei Nicht-EU-Reisenden die herkömmlichen Passstempel durch Fingerabdruck- und Gesichtsscans ersetzen. Doch während die Osterreisewelle in vollem Gange ist, warnen Belgien sowie die Terminals an der französischen und britischen Grenze, dass die Technik noch nicht einsatzbereit ist. Ein Bericht der Guardian vom 4. April berichtet, dass der Flughafen Brüssel bei Testläufen bereits Warteschlangen von bis zu zwei Stunden verzeichnete, woraufhin die Flughafenleitung um eine schrittweise Einführung bat. Nach den aktuellen Regeln darf die belgische Grenzpolizei die biometrische Erfassung zu Stoßzeiten aussetzen und stattdessen manuell stempeln; Fluggesellschaften befürchten jedoch, dass eine uneinheitliche Anwendung zu verpassten Anschlussflügen und Entschädigungsforderungen nach der EU-Verordnung EC 261 führen wird. Besonders betroffen sind Geschäftsreisende aus dem Vereinigten Königreich – dem viertgrößten Investitionspartner Belgiens –, da sie sich bei jeder Reise im EES registrieren müssen. In einem offenen Brief forderten der Flughafen Brüssel, ACI EUROPE und Airlines for Europe diese Woche die Europäische Kommission auf, die „betrieblichen Flexibilitäten“ bis zum Sommer zu verlängern. Sie argumentieren, dass sich die Bearbeitungszeiten pro Passagier in den Tests verdoppelt haben, was mit den Anforderungen an Hub-and-Spoke-Verbindungen und den Mindestanschlusszeiten im Schengen-Raum nicht vereinbar sei. Geschäftsreisende sollten ihre Mitarbeiter darauf hinweisen, am Flughafen Zaventem mehr Zeit einzuplanen und alternative Routen über Flughäfen mit e-Gate-Kapazitäten in Betracht zu ziehen. Arbeitgeber, die die Aufenthaltsdauer für die Einhaltung der Meldepflicht für entsandte Arbeitnehmer überwachen, müssen ebenfalls ihre Systeme anpassen: Sobald das EES aktiv ist, basieren die Berechnungen der Überziehungszeiten auf biometrischen Ausreisedaten statt auf Passstempeln, was kaum Fehler zulässt.
Quelle: The Guardian
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