
Shenzhen, lange als Tor zur Greater Bay Area Chinas angesehen, verzeichnete im ersten Quartal 2026 mit 1,754 Millionen grenzüberschreitenden Passagierbewegungen einen Rekord, wie neue Daten des städtischen Grenzinspektionskommandos vom 4. April zeigen. Besonders auffällig: Die Zahl der ausländischen Reisenden, die ohne Visum dank Chinas wachsender Liste einseitiger und gegenseitiger Befreiungsabkommen einreisen, stieg im Jahresvergleich um über 60 Prozent. Verantwortlich dafür sind drei Faktoren: die Ausweitung der 15-tägigen visumfreien Einreise auf 50 Länder, die Verlängerung von Kurzstreckenflügen nach Südostasien sowie eine Reihe hochkarätiger Veranstaltungen, darunter das APEC-Treffen der leitenden Beamten in Guangdong. Fluggesellschaften reagierten darauf mit 28 zusätzlichen wöchentlichen Flügen ab Shenzhen Bao’an International Airport seit Januar, viele davon mit Anschlussverbindungen zu den Industriezentren in Dongguan und Huizhou. Für Unternehmen, die Mitarbeiter in die Bay Area verlagern, bedeuten diese Zahlen kürzere Vorlaufzeiten bei der Einreise. Einwanderungsberater berichten, dass viele Führungskräfte nun visumfrei einreisen, ihre Arbeitserlaubnis direkt vor Ort im „Single-Window“-Servicebereich in Shenzhen beantragen und innerhalb von fünf Arbeitstagen eine elektronische Arbeitserlaubnis erhalten. Der Anstieg in Shenzhen zeigt auch einen politischen Wandel: Anders als die vorsichtigen „Closed-Loop“-Kontrollen der Jahre 2022–23 positioniert sich die Stadt nun als das offenste Luftverkehrsdrehkreuz Südchinas. Die lokalen Behörden planen, vor der Canton Fair im Oktober einen englischsprachigen e-Gates-Kanal für visumfreie Einreisende zu testen, um die Abfertigung weiter zu beschleunigen. Multinationale Unternehmen sollten ihre Mobilitätspolitik überdenken, um visumfreie Einreisen optimal zu nutzen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Mitarbeiter nach der Ankunft die korrekten Arbeitserlaubnisse erhalten, um Compliance-Risiken zu vermeiden.
Quelle: Xinhua News Agency