
Die Grenzkontrolle im Schengen-Raum wird jetzt biometrisch. Seit dem 31. März ist das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union an allen externen Luft-, Land- und Seegrenzstellen in Betrieb. Es ersetzt die herkömmlichen Passstempel durch eine digitale Erfassung von Name, Gesichtsbildern, Fingerabdrücken und Reisedokumentdaten aller Nicht-EU-Reisenden. Die vollständige Umsetzung ist für den 10. April geplant, doch an den Flughäfen werden bereits bis zu 50 % der Ankommenden erfasst. Für Inhaber chinesischer Pässe ist die Änderung rein prozedural – kein neues Visum –, bringt aber praktische Folgen mit sich. Erstreisende nach dem 31. März müssen ihren Pass an einem EES-Kiosk oder Schalter scannen und vier Fingerabdrücke sowie ein aktuelles Foto abgeben; bei späteren Grenzübertritten wird dieses Profil nur noch überprüft. Die Grenzbehörden geben an, dass der Vorgang durchschnittlich 45 bis 60 Sekunden dauert, doch Fluggesellschaften warnen, dass es in Spitzenzeiten zu Wartezeiten von bis zu zwei Stunden kommen kann, bis sich die Reisenden an die Kioske gewöhnt haben. Das System berechnet automatisch die erlaubten 90 Tage innerhalb von 180 Tagen im Schengen-Raum und meldet Überziehungen. Mobilitätsmanager müssen daher die Tageszählung für Mitarbeiter, die zwischen EU-Kunden pendeln, genauer überwachen. Mitarbeiter, die auf einer Reise mehrere Schengen-Staaten durchqueren, erhalten keine physischen Stempel mehr, weshalb die Personalabteilungen auf Flug- oder Hotelunterlagen und künftig auf das EES-Portal (das für Reisende noch nicht zugänglich ist) zur Nachverfolgung zurückgreifen sollten. Datenschutz ist zweitrangig: Die EU speichert biometrische Daten drei Jahre lang, bei Überziehungen sogar fünf Jahre. Chinesische Unternehmen mit Teams in der EU sollten ihre Reisenden über die Einwilligungspflichten informieren und empfehlen, besonders an den Flughäfen Paris CDG, Frankfurt und Madrid, wo es während der Testphasen zu Engpässen kam, mehr Zeit für die Einreise einzuplanen. Kinder ab sechs Jahren müssen ebenfalls erfasst werden, weshalb Familienentsandte entsprechend vorbereitet sein sollten. Ein Blick in die Zukunft: Die EU-weite Reisegenehmigung ETIAS soll im vierten Quartal 2026 starten. Die Kommission betont, dass ETIAS und EES interoperabel sein werden, was bedeutet, dass chinesische visumfreie Reisende (z. B. Inhaber von Schengen-Visa aus Hongkong) vor der Abreise online ETIAS beantragen und bei der Ankunft das EES durchlaufen – eine weitere Ebene in der globalen Mobilitätsplanung.
Quelle: AltexSoft Travel Industry News