
Um großflächige Entlassungen zu verhindern und die hart erkämpfte Luftverkehrsanbindung Zyperns zu erhalten, stellte Arbeitsminister Marinos Mousiouttas am 4. April ein gezieltes Lohnsubventionsprogramm für den Hotelsektor vor. Das vom Kabinett am 26. März genehmigte Programm gilt für alle klassifizierten Hotels und touristischen Unterkünfte, die im Zeitraum vom 1. bis 30. April 2026 tätig sind. Anspruchsberechtigte Betriebe müssen einen Umsatzrückgang von mindestens 40 Prozent im Vergleich zum April 2025 nachweisen oder glaubhaft prognostizieren oder eine Belegungsrate von 60 Prozent oder weniger aufweisen. Im Rahmen des Programms erstattet der Staat 30 Prozent der Bruttolöhne für beschäftigte Mitarbeiter, ähnlich den erfolgreichen Covid-Programmen, die 2020-21 schätzungsweise 15.000 Arbeitsplätze im Tourismussektor sicherten. Auch die Sozialversicherungsbeiträge werden bezuschusst, und die teilnehmenden Hotels verpflichten sich zu einem strikten Entlassungsverbot während der Laufzeit des Programms. Ein vom stellvertretenden Ministerium für Forschung, Innovation und Digitale Politik entwickeltes digitales Schnellverfahren ermöglicht es den Betrieben, Belegungsdaten hochzuladen und innerhalb von fünf Arbeitstagen eine Genehmigung zu erhalten. Das Unterstützungsprogramm reagiert auf einen plötzlichen Einbruch der Ankünfte, ausgelöst durch eskalierende Spannungen im Golf und erneute Reisehinweise aus wichtigen Märkten wie den USA, Deutschland und Großbritannien. Modellrechnungen der Universität Zypern zeigen, dass jeder Rückgang der Tourismuseinnahmen um 10 Prozent das nationale BIP um etwa 0,7 Prozentpunkte senkt; allein die Lohnkosten im Hotelgewerbe machen ein Drittel der Kosten im Sektor aus. Durch die Entlastung der Personalkosten hofft die Regierung, die Betriebe bis zur Erholung der Nachfrage am Laufen zu halten und so das Streckennetz Zyperns sowie die gesamte Besucherwirtschaft zu sichern. Auch Geschäftsreisemanager profitieren indirekt: Offene Hotels, insbesondere in sekundären Destinationen wie Paphos und der Küstenregion Famagusta, verringern das Risiko von Kapazitätsengpässen, wenn die Geschäftsreisen wieder anziehen. Zudem motiviert die Ausgestaltung der Belegungsgrenze die Betriebe, Nischensegmente wie Langzeit-Digitalnomaden, regionale MICE-Veranstaltungen und Crew-Unterkünfte gezielt anzusprechen, um saisonale Schwankungen abzufedern. Die Hotelvereinigung (Pasyxe) begrüßt die schnelle Umsetzung, fordert jedoch eine Verlängerung der Unterstützung über April hinaus, falls die geopolitischen Herausforderungen anhalten. Betreiber von Freizeitzentren und Konferenzstätten, die derzeit nicht im Programm enthalten sind, setzen sich für ähnliche Hilfen ein und warnen vor Wettbewerbsverzerrungen. Das Arbeitsministerium deutet an, dass ein zweites Hilfspaket, möglicherweise in Verbindung mit EU-Krisenfonds, in Betracht gezogen wird, falls sich die Buchungszahlen bis Mitte Mai nicht verbessern. Für Fachleute im Bereich globale Mobilität ist die Botschaft klar: Zypern bleibt entschlossen, eine voll funktionsfähige Hospitality-Infrastruktur trotz externer Schocks aufrechtzuerhalten. Unternehmen, die Umzüge oder längere Einsätze planen, können mit größerer Sicherheit davon ausgehen, dass Unterkünfte und ergänzende Dienstleistungen verfügbar bleiben – wenn auch möglicherweise zu vergünstigten Konditionen im kommenden Quartal.
Quelle: Cyprus Mail