
Nur noch zwei Tage bis zur verpflichtenden Einführung des digitalen Ein- und Ausreisesystems (EES) der Europäischen Union an allen externen Schengen-Grenzen: Reise- und Personalabteilungen in Tschechien bereiten sich eilig darauf vor, Nicht-EU-Besucher und entsandte Mitarbeiter zu informieren. Ab dem 10. April wird bei jedem Drittstaatsangehörigen, der am Terminal 1 in Prag oder an einer Landgrenze ankommt, der Reisepass gescannt und bei der ersten Einreise vier Fingerabdrücke sowie ein Gesichtsfoto erfasst. Physische Passstempel entfallen, das System berechnet automatisch die 90/180-Tage-Aufenthaltsgrenze. Obwohl die tschechische Grenzpolizei seit Oktober 2025 Pilotkioske betreibt, lag die Abfertigung bisher bei maximal 30 % der berechtigten Passagiere. Ab Freitag ist eine 100%ige Einhaltung Pflicht. Das Innenministerium warnt, dass die Registrierung bis zu drei Minuten pro Erstreisendem dauern kann; der Prager Flughafen rechnet mit Engpässen bei den morgendlichen transatlantischen Ankünften. Fluggesellschaften müssen nun über eine neue Schnittstelle prüfen, ob Passagiere keine offenen Überziehungswarnungen haben, bevor sie Flüge nach Tschechien besteigen – ein zusätzlicher Datenaustausch für internationale Firmenreisebüros. Multinationale Unternehmen mit häufig wechselnden Spezialisten auf 90-Tage-Kurzaufenthalten sollten die Reisehistorien prüfen, da das EES kumulierte Aufenthaltszeiten im Schengen-Raum erfasst. Einwanderungsberater empfehlen, Bordkarten und Unterkunftsnachweise aufzubewahren, bis das System stabil läuft: Erste Tests in Europa zeigten bereits fehlerhafte „Überziehungs“-Warnungen durch doppelte Scans. Die biometrische Datenbank wird auch die kommende ETIAS-Reisegenehmigung unterstützen, die im vierten Quartal 2026 startet – tschechische Personalabteilungen müssen sich also noch in diesem Jahr auf eine weitere Compliance-Ebene einstellen. Für global mobile Mitarbeiter gibt es einen Vorteil: Schnellere automatisierte Ausreisen, da bereits registrierte Reisende e-Gates ähnlich denen am Prager Terminal 1 nutzen können. Unternehmen, die nächste Woche internationale Meetings in Tschechien ausrichten, raten Teilnehmern, bei der Ankunft 45 Minuten mehr Zeit einzuplanen und setzen Flughafenbegleiter ein, um VIPs durch die neuen Kioske zu führen. Das Innenministerium kündigt zusätzliche Mitarbeiter während der Osterfeiertage an, bittet Reisende jedoch, Visa-Ausnahmen online zu prüfen und darauf zu achten, dass Fingerabdrücke nicht durch Verbände oder Henna verfälscht werden, da dies Scanfehler verursachen kann.
Quelle: Euro Weekly News
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