
Ab dem 10. April ersetzt der Schengen-Raum der Europäischen Union dauerhaft den Reisepass-Stempel durch ein biometrisches Ein- und Ausreiseregister (EES). Alle Nicht-EU-Bürger – darunter auch Brasilianer, die einen visafreien Aufenthalt von 90 Tagen genießen – müssen bei der ersten Einreise in eines der 25 Schengen-Mitgliedsländer sowie Norwegen, der Schweiz, Island und Liechtenstein ihre Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto an Selbstbedienungskiosken erfassen lassen. Die Daten werden bis zu drei Jahre gespeichert und erfassen automatisch die Ausreisezeiten, wodurch eine bisherige Lücke geschlossen wird, die manchen Besuchern ein unentdecktes Überschreiten der Aufenthaltsdauer ermöglichte. In den ersten Wochen ist mit längeren Warteschlangen zu rechnen, da jeder Reisende die Erstregistrierung durchlaufen muss. Vielflieger profitieren jedoch bei späteren Reisen von schnelleren Grenzübertritten, da ihre Daten bereits im System hinterlegt sind. Für brasilianische Unternehmen mit regelmäßigem Personalaustausch nach Europa hat die Neuerung praktische Folgen: Mitarbeiter, die kurzfristig zwischen São Paulo und Frankfurt, Paris oder Madrid pendeln, sollten bei der Ankunft 30 bis 45 Minuten mehr einplanen, bis sich die Engpässe entspannen. Mobilitätsmanager sollten zudem ihre DSGVO-konformen Unterlagen aktualisieren, da biometrische Daten nun Teil der von EU-Grenzbehörden verarbeiteten Mitarbeiterinformationen sind. Wichtig ist, dass das EES die geplante ETIAS-Reisegenehmigung, die nun für Mitte 2027 erwartet wird, nicht beeinflusst und auch keine Auswirkungen auf Brasilianer mit bereits ausgestellten nationalen Langzeitvisa hat. Fluggesellschaften auf Brasilien-EU-Strecken müssen sicherstellen, dass Passagiere maschinenlesbare Reisepässe besitzen; manuelle Reisedokumente können abgelehnt werden, da sie von den Erfassungskiosken nicht gelesen werden können.
Quelle: Metro 1 (Brazil)
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