
Ab dem 10. April 2026 werden alle indischen Passinhaber, die den Schengen-Raum betreten oder verlassen, über das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union erfasst. Das bisherige Stempeln im Pass wird durch eine biometrische Plattform ersetzt, die Gesichtsaufnahmen, Fingerabdrücke und Reisedaten erfasst und automatisch die erlaubte Aufenthaltsdauer von 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen berechnet. Die Europäische Kommission erklärt, dass dieser Schritt Teil des lang geplanten Smart Borders-Pakets ist, um Überziehungen und Identitätsbetrug einzudämmen. Während der schrittweisen Einführung wurden mehr als 45 Millionen Grenzübertritte registriert, darunter 24.000 Einreiseverweigerungen und 600 Sicherheitsrisiken, so die Kommissionsstatistik. Fluggesellschaften warnen, dass die erstmalige Registrierung pro Passagier 5 bis 10 Minuten zusätzlich dauern kann, und mehrere indische Reiseveranstalter empfehlen ihren Kunden, während der Anfangsphase mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Indische Staatsbürger benötigen weiterhin ein Schengen-Visum, hinterlassen nun aber eine deutlich umfassendere digitale Spur. Ein Überziehen des Aufenthalts, etwa in Spanien, wird bei der nächsten Einreise nach Frankfurt sofort für die deutschen Grenzbeamten sichtbar, wodurch Schlupflöcher durch uneinheitliche manuelle Stempelungen geschlossen werden. Für häufige indische Geschäftsreisende beseitigt die automatische Berechnung der verbleibenden Tage das Rätselraten, nimmt aber auch die informell gelegentlich gewährte „Kulanzzeit“. Flughäfen wie Amsterdam Schiphol und Paris CDG haben bereits hunderte Selbstbedienungskioske installiert. Passagiere scannen ihren Pass, lassen ein Foto aufnehmen und geben bei Bedarf Fingerabdrücke ab. Wer biometrische Daten verweigert, kann die Einreise verweigert werden. Die Daten werden drei Jahre lang gespeichert (fünf Jahre bei verweigerter Einreise), was Datenschutzbedenken aufwirft; die EU betont jedoch, dass die Datenbank verschlüsselt ist und der Zugriff streng kontrolliert wird. Was Sie vorbereiten sollten: Stellen Sie sicher, dass Ihr Pass mindestens sechs Monate gültig ist, halten Sie Nachweise über Unterkunft und Rückflug bereit und planen Sie bei der Ankunft mehr Zeit für die Einreisekontrolle ein. Geschäftsreisende sollten ihre kumulierten Schengen-Tage genau im Blick behalten – das EES übernimmt die Berechnung, und Warnungen ab Tag 88 kommen zu spät, um noch Regelverstöße zu vermeiden.
Quelle: Business Standard
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