
Ein ausführliches juristisches Gutachten der in São Paulo ansässigen Kanzlei Ribeiro Cavalcante Advocacia vom 10. April 2026 bestätigt, dass Brasilien trotz jahrelanger Diskussionen noch kein eigenständiges „Digital Nomad Visum“ geschaffen hat. Der Blog erklärt, dass der Gesetzentwurf 1.873/2021 – derzeit im Abgeordnetenhaus blockiert – eine Kategorie für Remote-Arbeitende im Migrationsgesetz verankern würde, jedoch noch keinen Termin für eine Abstimmung hat. Praktisch müssen sich ausländische Remote-Arbeitende auf drei bestehende Optionen verlassen: visumfreie touristische Aufenthalte von bis zu 180 Tagen pro Jahr, das temporäre Arbeitsvisum VITEM XIV oder das Investorenvisum VITEM V. Jede Variante bringt unterschiedliche Kosten, Steuerpflichten und Meldepflichten mit sich. Für Inhaber eines US-Passes kostet das VITEM XIV beispielsweise etwa 290 US-Dollar an Konsulatsgebühren und die Bearbeitung dauert 30 bis 45 Tage – länger als vergleichbare Nomadenvisa in Kolumbien oder Spanien. Der Artikel warnt zudem, dass Einwanderungsbeamte an Flughäfen zunehmend Nachweise über ausländische Einkünfte und Krankenversicherung verlangen, selbst von visumfreien Reisenden, die mit Laptop unterwegs sind. Remote-Arbeitende, die länger als 183 Tage bleiben, werden in Brasilien steuerpflichtig und müssen Steuererklärungen abgeben – ein Punkt, den viele digitale Nomaden übersehen. Personalabteilungen, die Auftragnehmer nach Brasilien entsenden, wird empfohlen, Vertragsformulierungen genau zu prüfen, um sicherzustellen, dass die Bezahlung vollständig aus dem Ausland erfolgt und keine lokalen Dienstleistungsverträge unterschrieben werden, da sonst arbeitsrechtliche Risiken drohen. Lobbygruppen drängen derweil den Kongress, den seit Langem ruhenden Gesetzentwurf vor dem Web Summit Rio im November zu beschleunigen; ohne ein maßgeschneidertes Visum bestehe die Gefahr, dass zahlungskräftige Nomaden ins benachbarte Argentinien abwandern, das im vergangenen Jahr ein eigenes Programm gestartet hat.
Quelle: Ribeiro Cavalcante Advocacia
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