
Die Planung einer mehrstaatlichen Reiseroute im Golf könnte bald einem Schengen-ähnlichen Sprung gleichen, statt einem Flickenteppich aus Einzelgenehmigungen. Ein im April auf GCCTouristVisa.com veröffentlichtes Update bestätigt, dass das lang erwartete einheitliche Touristenvisum des Golf-Kooperationsrats – nun unter dem Namen „GCC Grand Tours Visa“ – im vierten Quartal 2026 in die Pilotphase startet. Die Testphase verbindet den Dubai International Airport mit dem Bahrain International Airport, sodass berechtigte Reisende die Einreiseformalitäten nur einmal durchlaufen und sich anschließend mithilfe von QR-Code-Validierung an Smart Gates frei zwischen den beiden Staaten bewegen können. Die Echtzeit-Datenübertragung zwischen der ICP-Plattform der VAE und dem System für Staatsangehörigkeit, Pässe und Aufenthaltsangelegenheiten Bahrains bildet die technische Grundlage des Versuchs. Bei Erfolg sollen Anfang 2027 Oman, Saudi-Arabien, Katar und Kuwait in das Programm aufgenommen werden. Vorläufige Gebührenhinweise deuten darauf hin, dass eine Einreise in ein einzelnes Land etwa 100 US-Dollar kosten könnte, während ein Mehrländer-„Grand Tour“-Visum mit einer Gültigkeit von 60 bis 90 Tagen ungefähr 120 bis 130 US-Dollar kosten dürfte. Die endgültigen Tarife werden noch in diesem Jahr von den Innenministern des GCC festgelegt. Das Visum soll sowohl Freizeit- als auch Kurzzeitgeschäftsreisen erleichtern und ist ein Gewinn für Konferenzen, die zwischen den Golf-Hauptstädten rotieren. Für in den VAE ansässige Destination-Management-Unternehmen eröffnet das einheitliche Visum einen größeren adressierbaren Markt: Reisende, die in Dubai landen, könnten ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand Ausflüge zu den Museen in Doha oder den Kulturerbestätten in Riad unternehmen. Fluggesellschaften überarbeiten unterdessen ihre Interline-Abkommen, um den erwarteten Anstieg von Open-Jaw-Reiserouten zu nutzen. Politische Analysten weisen darauf hin, dass das GCC-Programm dem gescheiterten ASEAN-Gemeinschaftsvisum ähnelt und den Golf-Block als wettbewerbsfähige, vernetzte Tourismusregion im Vorfeld der Expo 2030 in Riad positioniert. Die robuste biometrische Infrastruktur – allein Dubai betreibt 122 Smart Gates – verschafft der Region einen technologischen Vorsprung, doch die Harmonisierung des Datenschutzes bleibt eine Herausforderung.
Quelle: GCCtouristvisa.com
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