
Ein 48-stündiger Pilotenstreik bei Lufthansa, der am 13. April begann, zwang die deutsche Fluggesellschaft, am ersten Tag mehr als 850 Flüge und am zweiten Tag weitere 550 Flüge zu streichen, so Gewerkschaftsdaten. Während die Störungen vor allem Frankfurt und München betreffen, wurden auch Dutzende Zubringerflüge von und nach Helsinki gestrichen, was Geschäftsreisende zu Beginn der Hauptkonferenzsaison in Finnland vor große Herausforderungen stellte. Finnair erhöhte die Kapazität auf der Strecke Helsinki–Frankfurt, reservierte jedoch die meisten Plätze für Passagiere mit Anschlussflügen auf Langstrecken. Reisebüros berichteten von einem Anstieg an Umbuchungen am selben Tag über Kopenhagen und Stockholm, was oft kurzfristige Hotelübernachtungen erforderte, um die Schengen-Visum-Tagesgrenzen einzuhalten. Zusätzlich verschärft die Ankündigung der Kabinengewerkschaft UFO eines separaten 48-stündigen Streiks am 15. und 16. April die Lage, was weitere Flugausfälle unmittelbar nach dem Ende des Pilotenstreiks befürchten lässt. Mobilitätsmanager raten den Mitarbeitern, Bordkarten herunterzuladen und digitale Nachweise für höhere Gewalt bei Einreiseverzögerungen zu sichern, insbesondere für Nicht-EU-Reisende, die sich dem 90-Tage-Schengen-Limit nähern. Nach EU-Verordnung 261 müssen Fluggesellschaften Erstattungen oder Umbuchungen so früh wie möglich anbieten, sind jedoch nicht verpflichtet, bei Streiks als „außergewöhnliche Umstände“ eine Entschädigung zu zahlen. Auch exportorientierte finnische Unternehmen stehen vor Problemen im Frachtverkehr: Der für die Strecke HEL–FRA eingesetzte MD-11-Frachter von Lufthansa Cargo steht am Boden, wodurch dringende Sendungen auf den Frachtraum der Finnair A350 oder den Straßentransport nach Stockholm umgeleitet werden müssen. Da mit anhaltenden Arbeitskämpfen zu rechnen ist – dies ist der vierte Streik bei Lufthansa im Jahr 2026 – bauen Einkäufer von Geschäftsreisen Ausweichrouten in ihre Richtlinien ein und raten mobilen Mitarbeitern, bis Mitte April enge Umsteigeverbindungen über deutsche Drehkreuze zu vermeiden.
Quelle: Anadolu Agency / AeroTime
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