
Eine wachsende Zahl iranischer Forscher und IT-Fachkräfte mit Critical Skills Employment Permit in Irland berichtet, dass sich die Visaverzögerungen für ihre Ehepartner und Kinder weit über das vom Justizministerium angepeilte Ziel von 12 Monaten hinausziehen. Interviews mit sechs Permit-Inhabern an der University of Limerick, der Dublin City University und der Technological University of the Shannon zeigen, dass Anträge, die bereits im Januar 2024 eingereicht wurden, noch immer unbearbeitet sind. Einige Antragsteller warten inzwischen seit mehr als 24 Monaten, was einige dazu veranlasst, Jobangebote in Deutschland und anderen Ländern in Betracht zu ziehen. Das Migrant Rights Centre Ireland bezeichnet den Rückstau als „unmenschlich“ und warnt, dass dies Irlands Bemühungen, hochqualifizierte Fachkräfte anzuziehen und zu halten, untergräbt. Nach irischen Regelungen dürfen Inhaber von Critical Skills Permits und Forscher mit Hosting Agreements sofort „Familienzusammenführungs“-D-Visa beantragen. Das Justizministerium betont, dass die 12-monatige Bearbeitungszeit ein „geschäftliches Ziel“ sei und komplexe Sicherheitsüberprüfungen außerhalb der Kontrolle des Staates liegen können. Antragsteller entgegnen, dass vergleichbare Fälle aus Indien und anderen Ländern innerhalb weniger Wochen genehmigt werden, was Vorwürfe indirekter Diskriminierung iranischer Staatsangehöriger nährt. Über die menschlichen Kosten hinaus riskieren multinationale Unternehmen und Universitäten, Spezialisten zu verlieren, während Irland sich als Zentrum für KI und Life Sciences positioniert. Einwanderungsberater raten Arbeitgebern, Fälle über Oireachtas-Mitglieder zu eskalieren und längere Vorlaufzeiten bei der Einsatzplanung einzuplanen. Betroffene Arbeitnehmer kämpfen derweil mit zunehmendem psychischem Druck und steigenden Mieten, da sie zwei Haushalte mit einem einzigen irischen Gehalt finanzieren müssen. Die Situation verdeutlicht, wie entscheidend die Leistung der Visadienste für Irlands Ruf als globaler Mobilitätsstandort ist.
Quelle: The Irish Times