
Die spanische Finanzzeitung The Corner berichtet, dass ein internes Memo der Einwanderungs- und Grenzschutzabteilung der Nationalpolizei prognostiziert, dass bis zu 1,25 Millionen Ausländer letztlich von der neuen Amnestie profitieren könnten – mehr als das Doppelte der offiziellen Schätzung der Regierung. Das geleakte Dokument, datiert auf den 2. Februar und diese Woche in Brüssel kursierend, warnt vor einem möglichen „Anziehungseffekt“, der die Aufnahmesysteme in anderen Schengen-Staaten belasten könnte, falls neu regulierte Migranten eine Weiterreise versuchen. EU-Kommissionsbeamte bestätigten unter der Hand, dass sie detaillierte Statistiken aus Madrid angefordert haben und erinnerten Spanien an seine Verpflichtung gemäß der Dublin-Verordnung, Begünstigte, die sich in einem anderen Mitgliedstaat unregelmäßig aufhalten, in den ersten fünf Jahren ihres Aufenthalts zurückzunehmen. Mehrere nordeuropäische Staaten haben das Thema bereits bei COREPER-Sitzungen angesprochen und fordern einen Überwachungsmechanismus ähnlich dem nach der portugiesischen Regularisierung 2022. Innerhalb Spaniens kritisieren Oppositionsparteien, die Regierung unterschätze die Kosten, und verweisen auf die Schätzung der Polizei, wonach die Bearbeitungs- und Integrationskosten bis zu 350 Millionen Euro betragen könnten. Innenminister Fernando Grande-Marlaska entgegnete, dass die wirtschaftlichen Vorteile durch neue Steuerzahler die kurzfristigen Verwaltungskosten überwiegen und Spanien über „robuste“ Grenzkontrollen verfüge. Für Manager im Bereich globale Mobilität unterstreicht die Debatte einen wichtigen operativen Punkt: Regulierte Arbeitskräfte werden außerhalb Spaniens weiterhin Bewegungseinschränkungen unterliegen, bis sie fünf Jahre legalen Aufenthalt erreicht und den EU-Langzeitstatus erhalten haben. Arbeitgeber, die kurzfristige Einsätze in anderen EU-Ländern planen, müssen daher für diese Mitarbeiter separate Arbeitserlaubnisse einholen. Analysten erwarten, dass die Kontroverse die kommenden Europawahlkampagnen prägen wird, wobei die spanische Politik je nach politischer Perspektive entweder als Beispiel für humane Reformen oder für nachlässige Grenzverwaltung herangezogen wird.
Quelle: The Corner
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