
Die Konsularabteilungen Marokkos in Madrid, Barcelona und anderen spanischen Städten verzeichnen laut dem marokkanischen Medium Hespress einen beispiellosen Ansturm. Am 15. April suchten innerhalb weniger Stunden mehr als 1.000 Personen das Konsulat in Madrid auf, um Geburtsurkunden, Strafregisterauszüge und Vollmachten für das neue spanische Regularisierungsverfahren zu beantragen. Vor mehreren Vertretungen wurden provisorische Zelte errichtet, um die Warteschlangen zu organisieren. Marokkanische Diplomaten berichten, dass sie die Personalstärke verdoppelt und ein Nummernsystem eingeführt haben, dennoch überschreiten die Wartezeiten fünf Stunden. Die Konsulate raten den Antragstellern, möglichst die Online-Portale zu nutzen, doch viele Migranten verfügen nicht über in Spanien ausgestellte digitale Zertifikate oder haben Sprachbarrieren. Gemeinschaftsorganisationen wie die Asociación Atlas unterstützen mit Übersetzungen und Beglaubigungen. Der Ansturm verdeutlicht die weitreichenden logistischen Folgen der spanischen Politikänderung. Auch die Botschaften von Kolumbien, Venezuela und Senegal melden ähnliche Spitzen, was Fragen zur Echtheit der Dokumente und zur Kapazität der Strafregisterüberprüfungen innerhalb der 90-Tage-Antragsfrist aufwirft. Experten zur Betrugsprävention raten Arbeitgebern, ausländische Dokumente genau zu prüfen und gegebenenfalls zusätzliche Hintergrundchecks vor der Einstellung durchzuführen. Das marokkanische Außenministerium verhandelt mit dem spanischen Innenministerium über die digitale Übermittlung von Strafregisterdaten, was die Bearbeitungszeiten verkürzen könnte. Wird dies vereinbart, könnte das Verfahren als Modell für andere Herkunftsländer mit hohem Antragsaufkommen dienen und die Integration informeller Arbeitskräfte beschleunigen. Bis dahin sollten globale Mobilitätsteams mit Verzögerungen bei der Vollständigkeit der Unterlagen rechnen und in der Personalplanung insbesondere in den Branchen Gastgewerbe und Landwirtschaft, die viele marokkanische Arbeitskräfte beschäftigen, großzügige Zeitpuffer einplanen.
Quelle: Hespress
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