
Wirtschaftsführer aus der City of London setzen sich bei der Schweizer Regierung dafür ein, dass britische Staatsangehörige die automatisierten Passkontrollsysteme nutzen dürfen, die bereits für Schweizer und EU-Bürger an den Flughäfen Zürich, Genf und Basel verfügbar sind. Bei Treffen in Bern am 17. April erklärte der Vorsitzende der Politikabteilung, Chris Hayward, gegenüber Schweizer Beamten, dass langsame manuelle Kontrollen das kürzlich eingeführte Finanzdienstleistungsabkommen zwischen Großbritannien und der Schweiz untergraben, da sie Kurzstreckengeschäftsreisen erschweren. Nach den aktuellen Schengen-Regeln müssen britische Reisende – die nun als Drittstaatsangehörige gelten – in der Schlange für manuelle Stempel warten und sich ab diesem Monat im Rahmen des neuen EU-Ein- und Ausreisesystems biometrisch registrieren lassen. Hayward argumentierte, dass die Gewährung eines gegenseitigen Zugangs zu den automatischen Passkontrollen für Briten (die Schweizer genießen bereits solche Privilegien bei der Einreise ins Vereinigte Königreich) „ein schneller, kostengünstiger Gewinn“ für den bilateralen Handel wäre. Die Schweizer Migrationsbehörden erklärten, dass technische und rechtliche Anpassungen notwendig seien, da die Gates an Schengen-Datenbanken angebunden sind, räumten jedoch ein, den Vorschlag zu prüfen. Das im Januar in Kraft getretene Finanzdienstleistungsabkommen erlaubt es Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern, Kunden grenzüberschreitend zu betreuen, ohne eine lokale Niederlassung zu eröffnen. Die Branchenakzeptanz ist bisher moderat – neun britische Versicherer und ein Dutzend Schweizer Privatbanken haben sich registriert – doch beide Seiten sehen eine schnellere Passagierabfertigung als entscheidend für die Realisierung des Abkommenspotenzials. Sollte die Schweiz zustimmen, wäre sie der erste Schengen-Staat, der den automatisierten Passkontrollzugang für das Vereinigte Königreich nach dem Brexit erweitert und könnte damit einen Präzedenzfall für andere Wirtschaftszentren wie Frankfurt und Amsterdam schaffen. Bis dahin wird Geschäftsreisenden empfohlen, bei der Planung von Terminen bis zu 45 Minuten für die manuelle Grenzkontrolle einzuplanen.
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