
Die Nachfrage nach irischen Pässen unter US-Bürgern mit irischen Wurzeln steigt weiter rasant an: Neue Zahlen vom 24. April zeigen, dass im vergangenen Jahr 18.910 Anträge über das Foreign Birth Register (FBR) eingingen – ein Anstieg von 63 Prozent gegenüber 2024 und mehr als doppelt so viele wie 2023. Die Einwanderungsanwältin Carol Sinnott führt den Anstieg direkt auf die Wiederwahl von Donald Trump im November 2024 und die darauf folgenden Exekutivverordnungen zu Gesundheitsversorgung und Bürgerrechten zurück, die viele Amerikaner dazu veranlassten, einen europäischen „Plan B“ zu suchen. Das FBR ermöglicht es jedem mit mindestens einem in Irland geborenen Großelternteil, die irische Staatsbürgerschaft zu beantragen. Ein irischer Pass berechtigt zum Leben und Arbeiten in der gesamten EU – ein besonders attraktives Angebot für Remote-Arbeiter, die so die post-Brexit-Regeln im Vereinigten Königreich und die verschärften US-Steuervorschriften für digitale Nomaden umgehen können. Daten des Central Statistics Office zeigen, dass fast 10.000 Amerikaner 2025 nach Irland gezogen sind, gegenüber weniger als 5.000 im Vorjahr, was darauf hindeutet, dass der Pass mehr als nur ein Symbol ist. Die Mobilitätsteams großer Unternehmen spüren die Auswirkungen bereits: Mehrere multinationale Konzerne berichteten der Irish Times, dass sie US-Mitarbeiter nun routinemäßig fragen, ob sie für irische oder andere EU-Staatsbürgerschaftsvisa infrage kommen, bevor sie traditionelle Arbeitserlaubnisverfahren einleiten – was Zeit und Anwaltskosten spart. Das Außenministerium hat Konsularpersonal von ruhigeren Vertretungen nach Washington, Chicago und San Francisco verlegt, um die Wartelisten zu bewältigen, die bis zu neun Monate betragen können. Praktisch sollten Personalverantwortliche beachten, dass FBR-Zertifikate für „dringende Geschäftsreisen“ mit unterstützenden Schreiben beschleunigt werden können, allerdings erst, nachdem die Staatsbürgerschaft genehmigt wurde – ein Punkt, der von Mitarbeitern oft missverstanden wird. Experten raten zudem, zu prüfen, ob neu eingebürgerte Mitarbeiter aktualisierte A1-Bescheinigungen für die EU-Sozialversicherung benötigen, wenn sie außerhalb Irlands entsandt werden. Langfristig warnen Politikexperten, dass die anhaltende amerikanische Nachfrage die jährliche Druckkapazität von 1,2 Millionen Pässen, die bereits durch Nachholbedarf nach der Pandemie belastet ist, überfordern könnte. Die Regierung prüft Optionen wie die Auslagerung von Teilen des Verifizierungsprozesses an vertrauenswürdige Notare und Pilotprojekte mit sicheren Video-Identifikationsgesprächen, um die Warteschlangen in den Griff zu bekommen.
Quelle: The Irish Times