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Gewerkschaften und Kirche verurteilen Pläne für neues Migrantenlager an der Küste Kampaniens

Apr. 25, 2026
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Gewerkschaften und Kirche verurteilen Pläne für neues Migrantenlager an der Küste Kampaniens
Die Regionalzeitung È Caserta berichtete am 24. April, dass das Innenministerium Castel Volturno, eine Küstenstadt nördlich von Neapel, für eines der neuen Rückführungszentren (CPR) ausgewählt hat, die im Rahmen des Dekrets Nr. 23/2026 finanziert werden. Innerhalb weniger Stunden veröffentlichten die Gewerkschaft CGIL und der örtliche Bischof Pietro Lagnese seltene gemeinsame Stellungnahmen, in denen sie diesen Schritt als „schweren strategischen Fehler“ für eine Region bezeichneten, die bereits mit informellen Arbeitsmärkten und einer hohen Migrantendichte zu kämpfen hat. Die ausländische Bevölkerung in Castel Volturno – etwa 16 % der Einwohner – stellt saisonale Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, leidet aber gleichzeitig unter chronischem Wohnungsmangel. Kritiker befürchten, dass die Einrichtung eines Abschiebezentrums in derselben Gemeinde die soziale Stigmatisierung verstärken, den Tourismus schädigen und Mittel von Integrationsprojekten abziehen wird. Aus Sicht des Migrationsmanagements signalisiert die Ausweitung der CPR, dass abgelehnte Asylbewerber und Personen mit abgelaufenem Aufenthalt schneller abgeschoben werden sollen, was den Druck auf Arbeitgeber erhöht, die Unterlagen ihrer Beschäftigten lückenlos zu führen. Gleichzeitig könnte der lokale Widerstand den Bau verzögern und Unsicherheit über die Kapazitäten schaffen, was die Wirksamkeit des Dekrets einschränken könnte. Die Kontroverse verdeutlicht Italiens grundsätzliche politische Wende hin zu „internen Grenzmaßnahmen“ – wie Abschiebezentren, Anreize für freiwillige Rückkehr und verschärfte Polizeikontrollen – statt groß angelegter Legalisierungen. Unternehmen in den Agrar- und Logistikzentren Kampaniens sollten die möglichen Spannungen auf dem Arbeitsmarkt genau beobachten. Das Innenministerium äußerte sich bislang nicht, doch aus den Ausschreibungsunterlagen geht hervor, dass der Standort bis Dezember 2026 betriebsbereit sein muss, um EU-Kofinanzierung zu erhalten – ein enges Zeitfenster für Aktivisten, die das Projekt verhindern oder verlegen wollen.
Quelle: È Caserta

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